Kirche und Schule
Kirche und Schule. Nr. 146 – Juni 2008 –
35. Jahrgang: Alles zu seiner Zeit

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

"Alles zu seiner Zeit". Diese Worte haben Sie sicher schon oft gehört und vielleicht selbst zu jemandem gesagt. In ihnen klingen bekannte Verse aus dem Buch Kohelet an. Die sogenannten "Tempi-Thesen", im Jahr 2000 also noch vor dem "Pisa-Schock" veröffentlicht, formulieren zum Abschluss so: "Jedes Ding hat seine Zeit, jeder Mensch braucht seine Zeit." Der Untertitel dieser Thesen lautet "Bildung im Zeitalter der Beschleunigung". Acht Jahre später kann man sich fragen, ob das Votum katholischer und evangelischer Bildungsexperten überhaupt Auswirkungen auf unser Bildungssystem hatte. Die Entwicklungen hin zu einer kürzeren und verdichteten Schulzeit jedenfalls konnte es nicht aufhalten.

Auch kirchliche Schulen werden sich den veränderten schulrechtlichen Rahmenbedingungen stellen müssen. Dass und wie in dieser Situation Profilbildung für christliche Schulen möglich ist, zeigt der Artikel von Pater Mertes. Die Ausführungen Pater Kolligs unterstützen diese Anregungen aus der Perspektive der Schulpastoral. Wahre Pünktlichkeit ist eben nicht einfach durch Beschleunigung zu erreichen. Sie erfordert Aufmerksamkeit für den einzelnen und dessen Lebenssituation. Christen gewinnen ihre "Maße des Menschlichen" aus der Begegnung mit Jesus, dem Mensch gewordenen Gott.

Unter der Rubrik Hauptabteilung wird die bildungspolitische Diskussion um die zeitliche Verkürzung des Gymnasiums in den Blick genommen. Passend zu den Sommerferien stellen sich die beiden neuen Referenten unseres Hauses mit der Empfehlung von Urlaubslektüre vor. Die Beispiele knüpfen wieder an den Schwerpunkt an. Aus religionspädagogischer Sicht wird gezeigt, wie "Halloween" als Anlass genutzt werden kann, das christliche Verständnis von Leben, Sterben und Auferstehung schülernah zu thematisieren. Elemente für einen gestalteten Abschied regen dazu an, besonderen Zeiten besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Dass es sich lohnt auch die gewöhnlichen Zeiten des Schulalltags in den Blick zu nehmen und unter pädagogischen Aspekten zu gestalten, zeigen die Beiträge aus Ahlen und Herten. Weitere einschlägige Anregungen zum Umgang mit dem Thema Zeit finden Sie unter den Rubriken Lesenswert und Sehenswert.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit.

Dr. William Middendorf
Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung

Dr. Stephan Chmielus
Verantwortlicher Redakteur

Schwerpunkt

  • Gönne dich dir selbst
    Bernhard von Clairvaux
  • Schulzeiten und geistliche Zeiten
  • Über die wahre Pünktlichkeit
    Schulpastorale Überlegungen zum Umgang mit der Zeit


Hauptabteilung

  • Bildung und Zeit im Kontext von G8
  • Neue Mitarbeiter und ihre Sommerferien-Schmöker-Tipps


Beispiel

  • All hallows day?
    Allerheiligen und Allerseelen – vergessene Feste im Kirchenjahr
  • Wenn die 10er weiterziehn
    Elemente für einen gestalteten Abschied
  • Neue Anforderungen – neue Wege
    Das Doppelstundenmodell am Gymnasium St. Michael, Ahlen
  • Schulzeit – Zeit zum Lernen und zum Leben


Lesenswert

  • Kreative Unterbrechung II
  • Turboschule
  • Im Kirchenjahr leben


Sehenswert

  • Die Zeit hat keine Uhr
  • Zeit zum Sterben – Zeit zum Leben
  • Ferien mit Großmutter
  • Selma, das Schaf
  • Field
  • Leben in einer Schachtel
  • Der Lauf der Dinge
  • Sein und Haben
  • Die große Stille

Bezug über:
Bischöfliches Generalvikariat Münster
Hauptabteilung Schule und Erziehung
48135 Münster
Telefon: 0251 495-0 (Zentrale), Durchwahl 495-417
Internet: www.bistummuenster.de
Redaktion: Dr. Stephan Chmielus
E-mail: kluck@bistum-muenster.de

Die Ausgabe 146 der Kirche und Schule zum Download...  

Text: Dr. Stephan Chmielus
Foto: Thoga@photocase
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

 
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