Kirche und Schule
Kirche und Schule Nr. 145 - März 2008 -
Zwischen Standard und Individualität
Kompetenzorientierung im Religionsunterricht

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!
Der Begriff  "Standard" wurde bis vor nicht allzu langer Zeit hauptsächlich in technischen und ökonomischen Zusammenhängen verwendet. Spätestens mit der Einführung von Bildungsstandards durch die Kultusministerkonferenz hat er im Bildungswesen Einzug gehalten. Auch der Religionsunterricht konnte sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Die Verbindung des Begriffs Standard mit Bildung und im Kontext des Religionsunterrichts erscheint allerdings nicht nur Religionspädagogen fragwürdig, richten sich doch "Bildung" und "Religion" gerade gegen eine Verzweckung des Menschen. Seiner Individualität, seiner Berufung vor Gott mit anderen Subjekt zu sein, gilt ihre Sorge.

Dass Standards, entgegen ihrer Bezeichnung nicht das Ganze schulischer Bildung beschreiben, wird von ihren Autoren eingeräumt. Da der Religionsunterricht anschlussfähig an aktuelle Entwicklungen im Bildungswesen bleiben muss, ist auszuloten, welche pädagogischen Möglichkeiten in der Orientierung an Bildungsstandards stecken. Insbesondere das Konzept der "domänenorientierten Kompetenzen" bietet die Chance, den Bildungsauftrag des Religionsunterrichts zu untermauern und zugleich subjektorientiertem Lernen im Religionsunterricht Raum zu lassen.

Die Beiträge unter der Rubrik Schwerpunkt greifen das Thema Bildungsstandards auf. Sie markieren wichtige Stationen der Entwicklung von Bildungsstandards für den Religionsunterricht und geben erste Erfahrungen bei ihrer Umsetzung in einen Lehrplan wieder. Die Unterrichtssequenzen unter der Rubrik Beispiel sollen deutlich machen, welche Chancen sich aus einer Orientierung an Kompetenzen für den Religionsunterricht ergeben. Dabei lohnt ein Vergleich der Skizzen unterschiedlicher Schulformen; durch das gemeinsame Rahmenthema "Leid" wird dies erleichtert. Unter anderem kann so der Aspekt aufbauenden Lernens über mehrere Schulstufen in den Blick genommen werden. Die Beispiele lassen aber auch erkennbar werden, wo Grenzen standardorientierten Unterrichtens liegen. Ganz in diesem Sinn ruft der Beitrag der Abteilung Schulpastoral in Erinnerung, was den größeren Horizont des Bildungsauftrages von Schule und Religionsunterricht ausmacht: Es geht darum, das richtige und gute Leben zu lernen.

"Wer mitmacht erlebt Gemeinde" war in den 70er Jahren der Erfahrungsbericht eines pastoralen Modellprojektes überschrieben. Auf die Arbeit mit den Bildungsstandards übertragen: wer mitmacht, hat die Chance auch in Zukunft fachlich anspruchsvollen und schülernahen Religionsunterricht zu gestalten. Wir laden Sie ein, sich konstruktiv kritisch an der Umsetzung und Weiterentwicklung der Bildungsstandards zu beteiligen!

Dr. William Middendorf
Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung

Dr. Stephan Chmielus
Verantwortlicher Redakteur

 

Schwerpunkt

Kompetenzen und Bildungsstandards
Risiken, Chancen und Anfragen

Bildungsstandards und Religionsunterricht

Das richtige und gute Leben lernen
Die Sicht der Schulpastoral

Von Bildungsstandards zum Lehrplan
Interview mit Dr. Elisabeth Sänger-Feindt, Bezirksregierung Düsseldorf

Von Bildungsstandards zum Unterricht
Chancen der Orientierung an Kompetenzen für den Religionsunterricht

"Mindmap" Leid als Sachanalyse

 

Beispiel

"Wenn ich mitten in der Angst bin"
Kinder und das Leid im kompetenzorientierten Religionsunterricht der Grundschule


Gott und das Leid
Eine Unterrichtsreihe an der Hauptschule
An dieser Stelle finden Sie einige Materialien, die Ihnen die Durchführung der Unterrichtsreihe erleichtern. Die Bilder können in der Mediothek entliehen werden (Tel.: 0251 495-6165, E-Mail: mediothek@bistum-muenster.de)

"Gott ist Halt, trotz alledem"
Eine biblische Auseinandersetzung in der Gesamtschule

"Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin"
Eine Unterrichtssequenz in der gymnasialen Oberstufe

"Trauernde trösten"
Eine Lernsituation im Berufskolleg


Lesenswert

  • Sinn Voll Sinn

 

Sehenswert

  • Das II. Vatikanische Konzil
  • Die Communauté von Taizé
  • Die Juden – Geschichten eines Volkes
  • Respekt statt Rassismus
  • Hab und Gut in aller Welt

 

Bezug über:
Bischöfliches Generalvikariat Münster
Hauptabteilung Schule und Erziehung
48135 Münster
Telefon: 0251 495-0 (Zentrale), Durchwahl 495-417
Internet: www.bistummuenster.de
Redaktion: Dr. Stephan Chmielus
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

Die Ausgabe 145 der Kirche und Schule zum Download...   

Text: Dr. Stephan Chmielus
Foto: Photocase
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

 
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