Kirche und Schule. Nr. 164
Kirche und Schule. Nr. 164 – Dezember 2012 –
39. Jahrgang: Jungen sind anderes
Mädchen auch

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
"Als Mann und Frau schuf er sie", heißt es im ersten Schöpfungsbericht der Bibel. Jahrhunderte lang wurde die Geschlechtlichkeit des Menschen vor allem als biologische Tatsache aufgefasst. Seit einigen Jahrzehnten ist mit dem Begriff "Gender" die soziale und kulturelle Gestaltbarkeit von Geschlechtsrollen im Blick. Wie diese Perspektive zur Abkehr von Stereotypen führen und zum pädagogisch sensiblen Umgang mit Differenzen beitragen kann, ist Thema unseres Dezemberheftes.

Dass Lehrerinnen und Lehrer aktiv an der Konstruktion der Kategorie Geschlecht beteiligt sind, verdeutlicht der erste Beitrag unter der Rubrik Schwerpunkt. Statt danach zu fragen was "den Geschlechtern" gerecht werde, plädiert die Autorin für ei¬ne individualisierende Sichtweise, die unter Beachtung der jeweiligen Unterschiede die Frage nach der Geschlechtergerechtigkeit ganz konkret für die Schülerinnen und Schüler einer Schule beantwortet. Ein entsprechendes Konzept präsentiert der nächste Beitrag. Ausgangspunkt der Darstellung ist die Jungenarbeit an der Laborschule Bielefeld, die als integraler Bestandteil einer reflexiven geschlechterbewussten Pädagogik konzipiert ist.

Koedukation und Monoedukation sind Stichworte, mit denen die Frage nach der Geschlechtergerechtigkeit an Schulen unter der Rubrik Hauptabteilung aufgenommen wird. Darüber hinaus würdigt die Rubrik eine Personalie: Zum Jahresende geht Gabriele Cramer, Referentin für Religionspädagogik an Grundschulen in den Ruhestand.

Konzepte und Erfahrungen aus der Praxis, wie man mit (Geschlechter-)Differenzen umgehen kann, dokumentiert die Rubrik Beispiel. Jeweils ein Beitrag über Jungen und Mädchenarbeit stammt aus der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Hamm. Die Papst-Johannes-Schule in Münster stellt ihre Ansätze in einem gemeinsamen Beitrag vor. Eine zweite Förderschule, die Maximilian-Kolbe-Schule in Nordkirchen steuert ihr Projekt "Mädchen fördern" bei. Konkretisiert am Thema "Gottesbilder" liefert ein weiterer Text theoretische und praktische Hinweise zu einem gendersensiblen Religionsunterricht.

Noch einmal aufgegriffen wird diese Problematik mit der Besprechung eines gleichnamigen Sammelbandes unter der Rubrik lesenswert. Dort findet sich außerdem eine Sammelrezension über drei jüngst erschienene Jugendstudien, die in besonderer Weise das Verhältnis von Jugend und Religion bzw. Kirche untersuchen. Neues aus der Mediothek gibt es wie immer unter "sehenswert".
"Als Abbild Gottes schuf er ihn", so steht es vor dem eingangs zitierten Satz. Mit dieser Vorstellung der Ebenbildlichkeit bringt die Bibel die Würde jedes Menschen zum Ausdruck. Der pädagogisch sensible Umgang mit Differenzen ist ein angemessener Weg, dieser Würde Rechnung zu tragen.

Dr. William Middendorf
Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung

Dr. Stephan Chmielus
Verantwortlicher Redakteur

Schwerpunkt

  • Soziale Konstruktion von Geschlecht in der Schule
  • Jugendarbeit an der Laborschule Bielefeld
    Reflexionen aus der Praxis

Hauptabteilung

  • Geschlechtergerechtigkeit als schulische Herausforderung
  • Rektorin Gabriele Cramer verabschiedet

Beispiel

  • Jungenarbeit in der Praxis
    Ein Erfahrungsbericht von der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Hamm
  • Mädchen fördern
    Ein Beispiel aus der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Hamm
  • Vom Unterschied beim Unterrichten mit dem Unterschied
    Grundsätzliche und praxisorientierte Überlegungen zum genderbewussten Religionsunterricht
  • "Bin ich schön?" – "Bin ich stark?"
    Mädchenarbeit und Jungenarbeit an der Papst-Johannes-Schule Münster
  • Mädchen fördern
    Ein Projekt an der Maximilian-Kolbe-Schule in Nordkirchen

Lesenswert

  • Sammelrezension neuerer Studien zum Thema Jugend und Religion
  • Geschlechter bilden. Perspektiven für einen genderbewussten Religionsunterricht

Sehenswert

  • el Empleo – Rollenwechsel
  • Auf der Suche nach dem verlorenen Sonntag
  • Kaddisch für einen Freund
  • Gekidnapped
  • Eisfischen

Download

Bezug über:
Bischöfliches Generalvikariat Münster
Hauptabteilung Schule und Erziehung
48135 Münster
Telefon: 0251 495-0 (Zentrale), Durchwahl 495-417
Internet: www.bistummuenster.de
Redaktion: Dr. Stephan Chmielus
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

Text: Dr. Stephan Chmielus
Foto: Svea Anais Peerrine.@photocase.de
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

 
Live Übertragungen aus dem St.-Paulus-Dom Münster
Ehe- Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster
Kita - Lebensort des Glaubens
Emmaus-Reisen