Kirche und Schule. Nr. 174
Kirche und Schule. Nr. 174 – Juni 2015 –
42. Jahrgang: Frieden lernen
Neue Ansätze für ein altes Bildungsziel

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,
"Frieden muss von möglichst vielen Menschen mitgetragen werden, von ihrer Motivation und ihrem festen Willen, Konflikte gewaltfrei auszutragen", heißt es im Bischofswort "Gerechter Friede" aus dem Jahr 2000. Im Titel klingt die Verabschiedung der Lehre vom gerechten Krieg an, die bis ins 20. Jahrhundert hinein maßgeblich die kirchliche Lehre bestimmte.

Einen ähnlichen Lernprozess spiegelt der erste Beitrag unter der Rubrik SCHWERPUNKT wider. Am Beispiel der Bibel lotet Norbert Mette das Gewaltpotenzial von Religionen aus. Seine Schilderung des Weges von religiös motivierter Gewalt zu einem umfassenden Verständnis von "Shalom" mündet in die Skizzierung religions-pädagogischer Aufgaben. Veronika Hüning entfaltet diese Anregungen über den Religionsunterricht hinaus im Sinne friedenspädagogischer Aufgaben für die Schule. Eine solche Aufgabe ist gegenwärtig die Aufnahme von Flüchtlingen. Welche aktuellen Herausforderungen sich in diesem Zusammenhang für Schulen ergeben, entfaltet ein weiterer Beitrag unter der Rubrik SCHWERPUNKT.

Durch die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 2011 stellen sich immer weniger junge Menschen aus eigenem Antrieb Fragen nach Krieg und Frieden. Zwei Beiträge unter der Rubrik BEISPIEL zeigen, wie solche Fragen im Unterricht schülernah thematisiert werden können. Das Planspiel "POL&IS" wird in Kooperation mit Jugendoffizieren der Bundeswehr durchgeführt. Ein Projekt der Evangelischen Landeskirche von Westfalen vermittelt Referenten/innen für Friedensarbeit. Dass Konflikte im Kleinen beginnen und wie der konstruktive Umgang mit ihnen frühzeitig eingeübt werden kann, wird anhand des Bensberger Mediations-Modells verdeutlicht. Phantasievolle friedenspädagogische Aktionen, die über den Rahmen einzelner Schulen hinausgehen, werden mit den Aachener Friedensläufen und der "Meile der Demokratie" vorgestellt. Praktische Hinweise zum Thema freiwilliger Friedensdienst sowie Erfahrungen von Teilnehmern illustrieren einen weiteren Ansatz, junge Menschen zum Engagement für Frieden zu ermutigen.

Wir danken Pax Christi Münster, besonders Frau Veronika Hüning, für die Unterstützung bei der Konzipierung dieser Ausgabe von KIRCHE UND SCHULE. Das Heft soll anregen, in Zeiten zunehmender Krisen und Kriegen, an dem eingangs zitierten Bildungsziel weiter zu arbeiten. Vielleicht macht es Mut, dass die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi im Mai ihr 70-jähriges Bestehen feierte.

Dr. William Middendorf
Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung

Dr. Stephan Chmielus
Verantwortlicher Redakteur

Schwerpunkt

  • Bildung zum Frieden
    Biblische Grundlegung und religionspädagogische Perspektiven
  • Weitergedacht
    Friedenspädagogische Aufgaben in der Schulpraxis
  • Bürgerkriege und Flüchtlinge
    Die schulische Integrationsaufgabe und eine aktuelle Herausforderung

Beispiel

  • Frieden will gelernt sein! – Aber kann man Frieden lehren?
    Friedensbildung in der Schule
  • Das Planspiel Politik und internationale Sicherheit (POL&IS)
    Erfahrungen am Gymnasium St. Mauritz
  • Konstruktiv Konflikte lösen
    Das Bensberger Meditations-Modell
  • Aachener Friedensläufe
    Für den Frieden gemeinsam unterwegs sein
  • Demokratie lernen
    Rechtsextremen Einstellungen entgegenwirken
  • Frieden wächst durch Begegnung
    Lernchance freiwilliger Friedensdienst
  • Kosovokunst 4.0
    Elf Monate freiwilliger Friedensdienst

Sehenswert

  • Und Friede auf Erden …
  • Wir weigern uns Feinde zu sein
  • Das Herz von Jenin
  • Die Gerechten von Yad Vashem – Widerstand im Dritten Reich
  • Martin Luther – Eine Spurensuche
  • Brückenbauer zwischen Zen und Christentum – Hugo Makibi Enorniya-Lassalle

Lesenswert

  • Erinnern um der Zukunft willen
  • Kann Religion Frieden?
  • Lernfeld: Persönlichkeit

Bemerkenswert

  • Netzwerk Friedensbildung NRW
  • Pädagogische App "Lost Generation"
  • "Abrahamsfest" in Marl

Bezug über:
Bischöfliches Generalvikariat Münster
Hauptabteilung Schule und Erziehung
48135 Münster
Telefon: 0251 495-0 (Zentrale), Durchwahl 495-417
Internet: www.bistummuenster.de
Redaktion: Dr. Stephan Chmielus
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

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Text: Dr. Stephan Chmielus
Foto: novemberhase / photocase.de
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

 
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