Kirche und Schule. Nr. 177 – März 2016
Kirche und Schule. Nr. 177 – März 2016 –
43. Jahrgang: Unbekannte Wesen?
Mit wem wir es in der Schule zu tun haben

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,
wer über die Jugend von heute spricht, riskiert als jemand von gestern wahrgenommen zu werden. Pädagogen/innen können trotzdem auf die Frage, mit wem sie es zu tun haben, nicht verzichten. Systematisch ausgedrückt besteht ihre Aufgabe in der Gestaltung des Generationenverhältnisses.

Sozialwissenschaftlich ausgewiesene Informationen über die 14- bis 25-Jährigen in Deutschland liefern seit mehr als 60 Jahren die Shell Jugendstudien. Bei den ersten Studien ging es um quantitativ erhobene Einstellungsdaten zu Beruf, Politik, Religion, Freizeit und Bildung, motiviert nicht zuletzt durch wirtschaftliche Interessen des Auftraggebers. Seit den 80er Jahren werden diese Daten durch qualitative Interviews ergänzt. Alltagskulturen, Lebensentwürfe und Zukunftsbilder werden mit Hilfe von Selbstbeschreibungen der Jugendlichen erfasst. Der erste Beitrag unter der Rubrik Schwerpunkt präsentiert eine Einschätzung der Ergebnisse der aktuellen Studie aus dem Jahr 2015. Einem ähnlichen Ansatz, nämlich der Milieuforschung, verdankt sich auch der zweite Beitrag. Wer Zugang zur Lebenslogik Jugendlicher bekommen möchte, muss genau hinsehen und erst einmal zuhören.

Aus Religionsunterricht, Beratung und Schulpastoral stammen die Beiträge unter der Rubrik Beispiel. Ein sensibler Blick auf die jeweiligen Adressaten verbindet die unterschiedlichen pädagogischen Arbeitszusammenhänge. Die Texte plädieren dafür, sich nicht mit gängigen Einordnungen von Jugendlichen zufrieden zu geben. Gegen vorschnelle Etikettierungen werben sie dafür, genau hinzusehen und sich mit den Selbstdefinitionen Jugendlicher auseinanderzusetzen, auch wenn diese zunächst vordergründig erscheinen.

Mündigkeit ist das Ziel aller pädagogischen Anstrengungen. Erreicht werden kann sie nur, wenn Kinder und Jugendliche bereits im Prozess der Erziehung als Subjekte ernst genommen werden. Die Anerkennung ihrer „Anderheit“, wie Martin Buber es ausdrückt, ist Voraussetzung für jeden respektvollen Dialog.

Viel Neugier auf die Lektüre des Heftes wünschen

Dr. William Middendorf
Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung

Dr. Stephan Chmielus
Verantwortlicher Redakteur


Schwerpunkt

  • Anspruchsvoll - Traditionsbewusst - Politisch interessiert - Viel im Netz
    Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2015
  • Keine Einbahnstraße
    Digitale Glaubenskommunikation mit Jugendlichen  

Beispiel

  • Generation Porno?
    Fakten und Folgen (nicht nur) für die Religionspädagogik
  • Probleme sind auch Lösungsversuche
    Beratung an der Hildegardisschule
  • Walken und Talken
    Pilgern auf Tagen religiöser Orientierung
  • I’m Sexy and I Know It!
    Jugendliche Alltagsästhetik auf der digitalen Bühne

Sehenswert

  • Ausreichend
  • Andere Welten
  • Allah, Gott und der Urknall – Oder: Wie hältst du’s mit der Religion?
  • Liebe ist Liebe – Vom Lebensgefühl junger lesbischer und schwuler Menschen
  • Alienation – One Minute Puberty
  • Lebensmüde

Bemerkenswert

  • Neue Mitarbeiterin der Mediothek
  • Personalwechsel in der Abteilung Katholische Schulen

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Bezug über:
Bischöfliches Generalvikariat Münster
Hauptabteilung Schule und Erziehung
48135 Münster
Telefon: 0251 495-0 (Zentrale), Durchwahl 495-417
Internet: www.bistummuenster.de
Redaktion: Dr. Stephan Chmielus
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de


Text: Dr. Stephan Chmielus
Foto: flo-flash / photocase.de
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

 
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