Kirche und Schule. Nr. 180 – Dezember 2016
Kirche und Schule. Nr. 180 – Dezember 2016 –
43. Jahrgang: Beziehungsweise
Über Sexualität reden

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,

das Thema unserer Dezember-Ausgabe ist eine echte Herausforderung. Als Reaktion auf das Bekanntwerden sexualisierter Gewalt in kirchlichen Einrichtungen vertreten manche Zeitgenossen die Auffassung, Kirche solle sich zu Fragen, die das Thema Sexualität betreffen, möglichst gar nicht mehr äußern. Andererseits darf in der Erziehung auf deren Thematisierung nicht verzichtet werden.

Der erste Beitrag unserer Rubrik Schwerpunkt fordert dies ausdrücklich für den Religionsunterricht. Aus moraltheologischer Sicht stellt er fest, dass Sexualität große Chancen, aber auch Gefährdungspotentiale für das Gelingen menschlicher Beziehungen beinhaltet. Er plädiert für eine Sexualpädagogik, die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Liebe und sexueller Intimität lebensnah zur Sprache bringt.

In solch einem wertschätzenden und gleichzeitig wirklichkeitsbezogenen Sprachstil ist „Amoris Laetitia“ formuliert, das Schreiben des Papstes nach dem synodalen Prozess zu pastoralen Herausforderungen im Hinblick auf die Familie. Der zweite Beitrag würdigt dieses Schreiben, stellt aber fest, dass es Fragen der Sexualität
Heranwachsender eher beiläufig anspricht. Ein weiterer Beitrag macht daher auf die Bandbreite gelebter und öffentlich thematisierter Formen sexueller Orientierung von Jugendlichen aufmerksam.

Unter der Rubrik Beispiel werden sexualpädagogische Ansätze für unterschiedliche Altersstufen und pädagogische Zusammenhänge vorgestellt. Wie gewohnt bietet Ihnen die Rubrik Sehenswert Hinweise auf geeignete Medien zum Thema.

In der diesjährigen Ausgabe Nummer 17 von „Christ und Welt“ äußert die Journalistin
Christiane Florin die Ansicht, Papst Franziskus zeige, dass „auch ein Kirchenmann halbwegs unpeinlich über Liebe und Erotik schreiben kann, wenn er eben nicht nur am Schreibtisch sitzt oder als Autorität auf dem Heiligen Stuhl thront, sondern mit echten Frauen und Männern am Küchentisch geredet hat.“ Betrachten Sie unser Heft als Versuch, dieser Anregung zu folgen.

Dr. William Middendorf
Leiter der Hauptabteilung Schule und Erziehung

Dr. Stephan Chmielus
Verantwortlicher Redakteur


Schwerpunkt

  • Sexualität zum Thema machen
    Katholische Sexualmoral im Religionsunterricht
  • Für eine „Pädagogik der Liebe“
    Papst Franziskus und die Aufgabe der Sexualerziehung im Religionsunterricht
  • Lesbisch – Schwul – Bisexuell – Transgender*
    Zur Vielfalt sexueller Orientierung von Jugendlichen

Beispiel 

  • Den ganzen Menschen sehen
    Eine Sexualerziehung der Achtsamkeit
  • My Fertility Matters
    Ein sexualpädagogisches Präventionsprojekt für die Klasse 5/6
  • Sexualität als Sprache der Liebe
    Grundlagen und Ideen für den Religionsunterricht in den Sekundarstufen
  • „Ich lass mich nicht auf meine inneren Werte reduzieren“
    Liebe, Partnerschaft und Sexualität auf Tagen religiöse Orientierung

Sehenswert

  • Liebe? Sex! Und Zärtlichkeit?
  • laut & leise
  • Schulwelten
  • Falsche Liebe
  • Dann sehe ich Tanja
  • Liebe macht blind

Lesenswert

  • Generation Beziehungsunfähig
  • Religionsunterricht – ein Auslaufmodell?

Bemerkenswert

  • Das Bibelregal
  • Das Glück zu zweit und mit Gott
  • "Verkracht – getrennt – versöhnt" – Facharbeitswettbewerb Religion 2017
  • "Let’s talk about Sex" – Liebe und Sexualität im Religionsunterricht der Sekundarstufe I
  • Neue Mitarbeiterin
  • Jugend, Sex & Kirche – Fachtag zum Thema Sexualethik in der katholischen Kirche

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Bezug über:
Bischöfliches Generalvikariat Münster
Hauptabteilung Schule und Erziehung
48135 Münster
Telefon: 0251 495-0 (Zentrale), Durchwahl 495-417
Internet: www.bistummuenster.de
Redaktion: Dr. Stephan Chmielus
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de
   

Text: Dr. Stephan Chmielus
Foto: Subbotina Anna / fotolia.de
E-Mail: kluck@bistum-muenster.de

 
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