Beim Inklusions-Forum ist jeder Teilnehmer ein Experte
Beim Inklusions-Forum
ist jeder Teilnehmer ein Experte

Judith Zeus muss sich besonders konzentrieren, als Bernd van Essen an das Mikrofon in der Pausenhalle tritt.

Während der Schulleiter der Gelderner Liebfrauenschule, Berufskolleg des Bistums Münster, die Zuhörer begrüßt, übersetzt Judith Zeus seine Rede simultan in Gebärdensprache. Eine anstrengende Tätigkeit, daher wechselt sie sich regelmäßig mit einer Kollegin ab.

Es waren viele Menschen mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen am Nachmittag des 27. Januar an den Niederrhein gekommen, ebenso Vertreter von mehreren Einrichtungen und Kommunen. Ihr Ziel: Sich beim vierten Inklusions-Forum des Bistums Münster kennenzulernen, sich über Erfahrungen auszutauschen und einen Blick über den eigenen Tellerrand zu werfen. So wie Thomas Wilmsen, der mit einigen Bewohnern des Hauses St. Bernardin in Sonsbeck-Hamb teilnahm. "Wir sind zum ersten Mal dabei und sind gespannt, was uns erwartet", sagte er, "uns geht es darum, neue Kontakte zu knüpfen, aber auch, über die Grenze zu gucken. Meist liegt der Fokus ja auf der eigenen Geschichte, man verliert den Blick für die anderen Bedürfnisse. Das ist hier hoffentlich anders."

Dafür hatten Martin Merkens und Hildegard Weiß vom Referat Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bischöflichen Generalvikariat Sorge getragen. Bewusst offen wurde das Forum gehalten, jeder Teilnehmer hatte die Möglichkeit, nicht nur die zu besprechenden Themen mitzubestimmen, sondern auch jederzeit in jedes Thema einsteigen zu können. "Sie sind", betonte Merkens, "jeder ein Experte für etwas. Jeder hier ist wichtig, neue Ideen sind erwünscht." Nicht nur die Ergebnisse einer Diskussion seien entscheidend, sondern insbesondere das Zusammentreffen der unterschiedlichen Menschen. Ein Umstand, der auch Dieter Holthaus nach Geldern geführt hatte. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Dinslaken, der selbst eine starke Seh-Beeinträchtigung hat, erklärte: "Ich halte es für sehr wichtig, dass sich hier die Experten austauschen, aufeinander zugehen und Hemmnisse überwinden."

Für den gastfreundlichen Empfang der Forumsteilnehmer sorgten Studierende der Fachschule für Heilerziehungspflege, die am Berufskolleg angesiedelt ist. Die Lehrer Franziska Kirchhoff und Andreas Mäteling hatten, zusammen mit einigen Studierenden, bereits an früheren Foren in Münster und Warendorf teilgenommen. "Sie waren begeistert und wollten solch ein Forum in Geldern anbieten", berichtete Mäteling. Sogar eine Ausstellung mit Bildern und Skulpturen hatten sie vorbereitet, um Denkanstöße zu geben. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, aktiv an den Gesprächen im Forum teilzunehmen: "So können sie vor Ort sehen, welche Bedürfnisse es gibt und praktische Erfahrungen machen, wenn sie mit den unterschiedlichen Menschen in Kontakt kommen. Wir finden es super, dass das Inklusions-Forum hier nach Geldern gekommen ist", sagte Mäteling.

Bildunterschrift: Studenten - Betreut von ihren Lehrern Andreas Mäteling und Franziska Kirchhoff begrüßten die Studierenden (v.l.) Christin Wagner, Penelope Sachs, Isabell Weiler und Lasse Harmuth die Teilnehmer. Sie hatten zudem eine Ausstellung mit bunten Skulpturen organisiert.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 31.1.17
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Bischöfliche Pressestelle / Christian Breuer

 
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