Unterrichtserlaubnis verliehen
Gemeinsam neue Glaubenssprache lernen: 
Vorläufige Kirchliche Unterrichtserlaubnis verliehen

Dass die Apostel Jesu Christi in neuen Sprachen reden, wird am Pfingstfest gefeiert. So lange müssen die 32 angehenden Religionslehrerinnen und -lehrer, die am 25. April in der Petrikirche in Münster die Vorläufige Kirchliche Unterrichtserlaubnis (VKU) für den Vorbereitungsdienst erhalten haben, nicht warten.

"Ihnen wird heute zugesagt, dass Sie in neuen Sprachen reden werden", betonte Geistlicher Rat Clemens Lübbers, Leiter der Abteilung Schulpastoral des Bistums Münster, während des Gottesdienstes zur Verleihung.

Die Vergabe der vom Bischof unterzeichneten VKU ist nötig, weil für den katholischen Religionsunterricht das Land Nordrhein-Westfalen und das jeweilige Bistum gleichermaßen verantwortlich sind. Religionslehrkräfte handeln im Namen beider Institutionen. Daher brauchen sie zusätzlich zum Studium der Katholischen Theologie die VKU, um als Referendare Religion zu unterrichten. Nach dem Referendariat erhalten sie dann die Beauftragung für das Berufsleben als Religionslehrerkraft, die Missio canonica.

Den Gottesdienst unter dem Leitwort "In neuen Sprachen reden" hatte Lübbers mit Marietheres Eggersmann-Büning, Jochen Hesper und Markus Mischendahl vom Mentorat für Lehramtsstudierende der Katholischen Religionslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster vorbereitet. Auch Barbara Bader und Dr. Christian Schulte von der Abteilung Religionspädagogik des Bistums gehörten zum Team. Musikalisch begleitete eine Gruppe um Dominik Bulla die Heilige Messe. Diese feierten rund 100 Angehörige und Freunde mit den künftigen Religionslehrern.

In seiner Predigt riet ihnen Lübbers, sie sollten den Menschen, die im Referendariat auf sie zukämen, mit Demut begegnen. "Demut ist der Mut zum Dienen", erläuterte er, "anders gesagt: die Schülerinnen und Schüler als von Gott Geliebte ansehen und in dieser Haltung den Unterricht und den Schulalltag gestalten."

Die Schüler und auch einige Kollegen würden von den Religionslehrkräften sicher wissen wollen, wie diese zum Glauben und zur Kirche stünden, ob sie überzeugt und überzeugend wirkten, ob sie den Glaubensweg gingen. "Dieser Glaubensweg kennt auch die Angst", gab Lübbers zu bedenken. In diesem Denken bräuchten Christen aber, erst recht nach Ostern, nicht stecken zu bleiben. Denn sie machten die Erfahrung der Gemeinschaft sowie der Erkenntnis im Erzählen und im Brotbrechen.

In diesem Sinne riet Lübbers den künftigen Lehrkräften, an ihren Schulen "wenigstens einen Mitglaubenden zu finden – und ich verspreche Ihnen, dass Sie ihn finden werden –, mit dem Sie Ihren Glauben teilen können. Ihre Bestimmung ist es nämlich nicht, Einzelkämpfer zu sein und den Held zu spielen, sondern Einsammler zu werden: Menschen einzusammeln." Diesen Menschen sollten sie zeigen, "dass es auf dieser Welt einen Ort gibt, nämlich die Kirche, wo unsere Ängste voreinander unsere Beklemmungen, unsere ewig alten Macken, neu geheilt werden können, wo wir miteinander in ein Gespräch eintreten können, wo Versöhnung möglich ist." Wer das geschehen lasse, rede in einer "neuen Sprache."

"Entscheidend ist das Wir", sagte Lübbers, "es gibt uns die Möglichkeit, die Angst zu verlieren, vor allem vor denen, die uns nachsetzen, die uns unseren Gauben schlecht, lächerlich machen." So könnten die künftigen Religionslehrkräfte mit den Schülerinnen und Schülern "eine neue Glaubenssprache finden, um so in einer neuen Sprache zu reden." An den Gottesdienst schloss sich zum Ausklang ein Empfang an.

Bildunterschrift: Die Urkunden über die Vorläufige Kirchliche Unterrichtserlaubnis für den Vorbereitungsdienst überreichte Geistlicher Rat Clemens Lübbers den Referendarinnen und Referendaren.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 26.04.2017
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Bischöfliche Pressestelle / Anke Lucht

 
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