Studierende der Liebfrauenschule in Coesfeld kommen mit Flüchtlingen über das Thema Frieden ins GesprächStudierende der Liebfrauenschule in Coesfeld kommen mit Flüchtlingen über das Thema Frieden ins Gespräch
Neun Berufskollegs gestalten gemeinsam
Kunstaktion für Katholikentag

Als Klaudia Dederichs, Schulseelsorgerin am bischöflichen Berufskolleg Liebfrauenschule in Coesfeld, die Studierenden bat, für den Eröffnungsgottesdienst des Schuljahres 2016 "Friedensbriefe" zu schreiben, hatte sie den Katholikentag noch nicht im Blick.

Doch ihre Idee zieht Kreise. Schulseelsorger Siegfried Löckener vom Bocholter August-Vetter-Berufskolleg hatte von der Idee erfahren und das Projekt für alle Berufskollegs in kirchlicher Trägerschaft für den Katholikentag vorgeschlagen. Nun werden bistumsweit in den kommenden Monaten ebenso Friedensbriefe entstehen. Geplant ist, die Ergebnisse während des Katholikentags, der vom 9. bis 13. Mai in Münster stattfindet und unter dem Motto "Suche Frieden" steht, in einem Raum als Installation aufzuhängen. "Die Wünsche befinden sich dann sozusagen zwischen Himmel und Erde", berichtet Dederichs.

Für sie ist der Brief eine Kunstform und eine Möglichkeit, beispielsweise auf Krieg und Terror aufmerksam zu machen. "Wer schreibt heute noch einen Brief?", fragt die Schulseelsorgerin. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg war der Brief beispielsweise meist die einzige Möglichkeit, Kontakte aufrecht zu erhalten. Die Feldpostbriefe waren etwas Individuelles und Persönliches in all dem erlebten Chaos. Eine Briefkultur ist weitgehend der weltweiten Kommunikation im Netz gewichen.

Die Verantwortlichen an den Berufskollegs wollen mit ihrer Aktion "Aufbruch zu einer Kultur des Friedens" ein Zeichen setzen. "Unsere Studierenden beschäftigen sich fächerübergreifend mit dem Thema und der Sprache. Wir haben ihnen berühmte Zitate und Texte beispielsweise von Ernesto Cardenal oder Nelson Mandela vorgestellt. Davon lassen sie sich inspirieren", vermutet Dederichs. Gerichtet sind die Briefe an Gott, an ein Du, an die Gesellschaft oder auch die Schulgemeinschaft.

So wie die Briefe einer besonderen Klasse an der Liebfrauenschule, die zur Zeit von 19 Flüchtlingen besucht wird. Auch sie hat Dederichs gebeten, sich zu beteiligen. "Allerdings sprechen sie noch nicht so gut Deutsch", informiert sie. Deshalb hat sie einige Schülerinnen und Schüler gebeten, die ihre Ausbildung zu Heilerziehungspflegern absolvieren, die jungen Flüchtlinge zu unterstützen. Und so sitzen sie zusammen, tauschen sich aus, sprechen über Gefühle und über den Frieden. Dabei wird schnell deutlich, dass sich die Wünsche der jungen Flüchtlinge, die ihre Heimat in Syrien, in Afghanistan, im Irak, in Nigeria oder Aserbaidschan verlassen haben, deutlich von denen ihrer deutschen Mitschüler unterscheiden. "Unsere Briefe haben sich mehr auf die Gegenwart bezogen. Der Wunsch nach Frieden ist bei den Flüchtlingen konkreter. Sie hoffen, dass die Zukunft besser wird als die Vergangenheit", hat ein Schüler im Gespräch erfahren. Viele Schüler der Klasse haben Krieg und Flucht erlebt. Sie wünschen sich Freiheit, ein sicheres Zuhause und eine gute Ausbildung.

An den Berufskollegs ist nun geplant, in einer Aktionswoche vom 13. bis zum 17. November die Studierenden aufzurufen, sich zu beteiligen. "In Coesfeld werden wir beispielsweise am 14. November um 10 Uhr mit Pfarrdechant Johannes Arntz einen Friedensgottesdient in der St.-Jakobi-Kirche feiern. Dazu wird es eigens eine Friedenskerze geben, die Schwester Veronika aus Dinklage mit Zitaten aus Briefen unserer Schülerinnen und Schüler gestaltet", kündigt Dederichs an.

Folgende Berufskollegs im Bistum Münster beteiligen sich an der Aktion: Canisius-Stift Ahaus, Josef-Pieper-Schule Rheine, Liebfrauenschule Coesfeld, Hildegardisschule Münster, Berufskolleg St. Michael Ahlen, Berufskolleg Xanten Placidahaus, Alexandrine-Hegemann-Schule in Recklinghausen, August-Vetter-Schule in Bocholt sowie die Liebfrauenschule in Geldern.

Bildunterschrift: Studierende der Liebfrauenschule in Coesfeld kommen mit Flüchtlingen über das Thema Frieden ins Gespräch.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 20.10.17
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle

 
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