Hannah Franziska Gerke und Finja Marie Haehser von der Marienschule sowie Luzie Glade und Hannah Kalvelage von der Friedensschule (von links) fahren mit ihren Tutorinnen zur Preisverleihung nach Berlin
Marienschule und Friedensschule
siegen bei Geschichtswettbewerb

Zwei Bundespreisträgerinnen und elf Landessieger: Das ist das Ergebnis für die Bischöfliche Marienschule und die Bischöfliche Friedensschule in Münster beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.

Die Körber-Stiftung hatte den diesjährigen Wettbewerb unter dem Motto "Gott und die Welt. Religion macht Geschichte" ausgeschrieben. Am Mittwoch, 22. November, geht es darum für Schülerinnen und Lehrer nach Berlin, wo sie von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihre Auszeichnungen entgegen nehmen. Auch Schüler des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums werden dabei sein. Die Schule wurde als bundesweit erfolgreichste Schule ausgezeichnet.

Finja Marie Haehser von der Marienschule hat sich in ihrer Arbeit mit dem "Fall Horst Herrmann" auseinandergesetzt. Dem Priester der römisch-katholischen Kirche und Professor für katholisches Kirchenrecht an der Universität Münster wurde nach Streitigkeiten um seine Lehre 1975 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. Horst Herrmann trat aus der Kirche aus. Finja hat vor allem die Rolle der Medien untersucht. "Es war total interessant, die verschiedenen Perspektiven zu untersuchen, im Archiv zu recherchieren und etwas über die Sicht der Kirche in den 1970er-Jahren herauszufinden", sagt die Schülerin der 11. Klasse, die für ihren Beitrag einen zweiten Bundespreis erhält.

Doch nicht nur Finja war mit ihrer Arbeit erfolgreich. Auch Luzie Glade von der Friedensschule hat mit ihrer Arbeit über ihren Ururgroßvater, der Pastor zur Zeit des Nationalsozialismus war, einen zweiten Bundespreis gewonnen. Die Zwölftklässlerin untersuchte die Einstellung ihres Ururgroßvaters, führte dazu Gespräche mit ihrer Großtante und Großmutter. "Ich habe im Archiv geforscht und geschaut, welche Erinnerungen meiner Familie sich historisch belegen lassen", erklärt Luzie. Die Quellen hinterlassen ein geteiltes Bild, die Schülerin zieht ein ambivalentes Fazit.

Durch diese Ergebnisse der Schülerinnen belegen die Marienschule den zweiten und die Friedensschule den fünften Platz auf Bundesebene. Weitere sechs Teams der Marienschule und fünf der Friedensschule erhielten außerdem einen Landespreis. Die Schülerinnen beschäftigten sich unter anderem mit den Hexenprozessen in Hirschberg im 17. Jahrhundert, mit der Geschichte der Armenfürsorge in Münster im 18. Jahrhundert und der Konfirmation im Wandel der Zeit. Schüler der Friedensschule untersuchten die Beziehung der evangelischen und katholischen Gläubigen in den 1950er- bis 1970er-Jahren im Münsterland, recherchierten über Bernhard Rothmann, der Hauptprediger der Wiedertäufer, und schrieben ein Theaterstück, das sich mit dem Wertekonflikt eines homosexuellen und katholischen Münsteraners auseinandersetzt.

"An unserer Schule hat der Geschichtswettbewerb eine lange Tradition", erklärt Marlies Baar, stellvertretende Schulleiterin der Marienschule. Mit der Teilnahme an dem Wettbewerb unterstütze die Schule bewusst das Interesse der Schülerinnen an Geschichte und Forschung. "Viele nutzen die Möglichkeiten, um über die eigene Familiengeschichte oder die Geschichte der Heimatstadt Münster zu recherchieren; eben Themen, die sie selbst betreffen", sagt Baar.

Bildunterschrift: Hannah Franziska Gerke und Finja Marie Haehser von der Marienschule sowie Luzie Glade und Hannah Kalvelage von der Friedensschule (von links) fahren mit ihren Tutorinnen zur Preisverleihung nach Berlin.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 23.11.17
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

 
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