Schulleiterdienstbesprechung
Schulleiterdienstbesprechung und -jahrestagung
am 20.und 21.11.2017

Am 20.und 21. November 2017 trafen sich Schulleiterinnen und Schulleiter der katholischen Schulen im Bistum Münster zur alljährlichen Dienstbesprechung und der sich anschließenden Jahrestagung im Gottfried-Könzgen- Haus in Haltern am See.

Auf der Dienstbesprechung unter der Leitung des Hauptabteilungsleiters Dr. William Middendorf stellte dieser den Schulleiterinnen und Schulleitern Intentionen des Markenentwicklungsprozess im Bistum Münster und dessen Bedeutung für die katholischen Schulen vor. Zudem informierte er die Schulleiterinnen und Schulleiter über den derzeit bekannten Stand der Planung für die Umstellung der Gymnasien von G8 auf G9. Weitere Themen waren: Gute Schule 2020, das Medienprojekt der Schulstiftung und der Katholikentag 2018. Darüber hinaus informierte Herr Dr. Chmielus über eine Fachtagung zur Profilierung katholischer Schulen am 7. Februar 2018. Als Beispiel aus der schulischen Praxis stellte Frau Wegmann das Konzept des Lerncoachings am Gymnasium St. Christophorus in Werne vor.

Im Anschluss an die Eucharistiefeier, zelebriert von unserem Geistlichen Rat Clemens Lübbers, hatten die Teilnehmer die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit  Generalvikar Dr. Norbert Köster über die Weiterentwicklung der katholischen Schulen im Bistum Münster.

Auf der sich am nächsten Tag anschließenden Jahrestagung setzen sich die Schulleiterinnen und Schulleiter mit einem zentralen Baustein des Projekts "Lernen im digitalen Wandel an bischöflichen Schulen", der Medienethik, auseinander. Die Abteilung Katholische Schulen konnte als Referenten zu diesem Thema Professor Alexander Filipovic gewinnen, der an der Philosophischen Hochschule der Jesuiten in München den Lehrstuhl für Medienethik innehat und die Deutsche Bischofskonferenz in diesen Fragen berät.
Prof. Filipovic ging in zwei aufeinander bezogenen Vorträgen auf die folgenden Fragestellungen ein: (1) Gesellschaft ohne Diskurs? Zur Bedeutung der Medienethik in Zeiten von Social Media. (2) Warum ist Medienethik eine christliche Aufgabe?

Im ersten Vortag stellte Prof. Filipovic die Gefährdung des gesellschaftlichen Diskurses im Zeitalter digitaler Medien  heraus. Ein solcher Diskurs in Form eines fairen, mit Sachargumenten geführten Streits um gemeinsame Werte und Normen des Zusammenlebens sei notwendig, um in einer demokratischen und humanen Gesellschaft, die die Teilhabe aller Bürger in den Mittelpunkt stellt, rationale Problemlösungen zu entwickeln und konsensfähig zu machen. Bedroht werde dieser Diskurs durch Phänomene in den digitalen Medien wie die dort verwendeten Algorithmen, die u.a. zu Filterblasen und Echokammern führen, durch Hate Speeches und Fake News. Dieses Desinformationspotential digitalisierter Medien  gefährde die Gesellschaft, vor allem durch die Stärkung des rechtspopulistischen Lagers. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, empfiehlt Prof. Filipovic die Orientierung an  der Idee einer redaktionellen Gesellschaft, insbesondere für die Bereiche  Wissenschaft und Journalismus. In einer redaktionellen Gesellschaft sollte jedes Mitglied gelernt haben, eigene öffentliche Äußerungen wie redaktionelle Beiträge verantwortungsvoll und wahrheitsgemäß zu erstellen und fremde Beiträge auf Wahrheitsgehalt und redaktionelle Absicht zu analysieren. Diese Zielsetzung sei auch als Bildungsauftrag für die Medienerziehung an christlichen Schulen zu verstehen.

In seinen Ausführungen zur zweiten Fragestellung verwies Prof. Filipovic auf die Aussage des II. Vaticanums, dass es der Auftrag der Kirche sei, die Welt, in der wir leben, umfänglich zu erfassen und zu verstehen (Gaudium et spes, Nr.4), um sich widerständig und weiterführend auf den gegenwärtigen Lauf der Dinge einlassen und einwirken zu können (s. Fürst 2011, Vorwort zu "Virtualität und Inszenierung"). Es sei  zu fragen, ob die äußeren Bedingungen, die den Menschen formen, ihm Lebenschancen zuteilen, sein Wissen ordnen und das Zusammenleben prägen, dem Menschen als Person gerecht werden. Die menschlichen Lebensverhältnisse müssten so beschaffen sein, dass sowohl menschliche Individualität als auch der Mensch mit seiner sozialen Verantwortung zur Entfaltung kommen kann. Da Medien gerade diese Verhältnisse entscheidend mitprägen, sei Medienkompetenz als Ziel christlicher Bildungsprozesse theologisch-ethisch geboten, da die Freiheit des Menschen und die Beteiligungsgerechtigkeit in der Gesellschaft davon betroffen sind.

Im Anschluss an jeden Vortrag kam es zu intensiven Diskussionen, vor allem anlässlich pointierter Konkretisierungen, mit denen Prof. Filipovic die derzeitigen Zeichen der digitalen Zeit beispielhaft verdeutlicht. Frau Susanne Endres, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Filipovic, nahm im letzten Teil der Tagung die praktische Umsetzung der Medienethik mit zahlreichen Anregungen für einen möglichen Medienunterricht in den Blick. 

Text/Foto: Regina Jacobs, Abteilungsleiterin für Katholische Schulen

 

 
Live Übertragungen aus dem St.-Paulus-Dom Münster
Ehe- Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster
Kita - Lebensort des Glaubens
Emmaus-Reisen