Ökumene
"Ökumene" – was bedeutet das überhaupt?

Das griechische Wort "Ökumene" bedeutet wörtlich übersetzt "die ganze bewohnte Erde". Im heutigen Sprachgebrauch bezeichnet "Ökumene" die Bemühungen der in Konfessionen getrennten Christen (z. B. römisch-katholisch, evangelisch, orthodox) um die Wiederherstellung der sichtbaren Einheit. Sie setzt nach katholischem Verständnis die Einheit im Glauben, in den Sakramenten und im Amt voraus.

Davon sind die zunehmend wichtiger werdenden Bemühungen der christlichen Kirchen um den Dialog mit anderen Religionen, besonders den Juden, aber auch den Muslimen und den Buddhisten, das sogenannte interreligiöse Gespräch, zu unterscheiden.

Ökumene als Streben nach der sichtbaren Einheit der Kirchen gründet im Auftrag Jesu selbst: "Alle sollen eins sein: Wie Du, Vater, in mir bist und ich in Dir bin, sollen sie auch in uns sein, damit die Welt glaubt, dass Du mich gesandt hast." (Joh 17, 21)

Wie diese Bitte Jesu zeigt, ist die Einheit der Kirche kein Selbstzweck, sondern ist ausgerichtet auf das gemeinsame, ungespaltene und darum glaubwürdige Zeugnis von Jesus Christus vor der Welt.

Die römisch-katholische Kirche hat sich mit dem II. Vatikanischen Konzil (1962-1965) unumkehrbar zur Mitwirkung an der ökumenischen Bewegung verpflichtet. Nach Aussagen dieses Konzils ist Ökumene eine dringliche Aufgabe aller Gläubigen und keineswegs nur Sache der Bischöfe oder theologischer Spezialisten.

Text: Dr. Michael Kappes,
Fachstelle Theologische Grundfragen und Ökumene
E-Mail: kappes@bistum-muenster.de
Foto: Dialogverlag

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