Edith Stein
Edith Stein, Dozentin am Deutschen
Institut für wissenschaftliche Pädagogik
von 1932 bis 1933
Ein kleines Unternehmen mit großer Vergangenheit

Die Arbeitsstelle Schulbegleitung in der Hauptabteilung Schule und Erziehung hatte vor etwa achtzig Jahren einen großen Vorläufer…

Auf der Festversammlung der katholischen Lehrerinnen und Lehrer des Münsterlandes am 25. Oktober 1920 in Münster wurde die Idee des Deutschen Institutes für wissenschaftliche Pädagogik geboren. Zwei Jahre später, am 27. November 1922 wurde das Institut mit einer Feierstunde im Rathaussaal der Stadt Münster eröffnet:

"Hier in Münster sind die besten Traditionen, denn Münster ist ja bereits einmal für Erziehung und Unterricht die Geisteszentrale für das christliche Deutschland gewesen in den Zeiten Fürstenbergs und Overbergs."
(Arbeitsbericht Prof. Dr. Ettlingers anlässlich der Eröffnung des Institutes)

Getragen wurde das Institut vom "Katholischen Lehrerverband des Deutschen Reiches" und vom "Verein katholischer deutscher Lehrerinnen". Angesichts der gesellschaftlichen Umbrüche, die die Weimarer Republik mit sich brachte, ging es darum, eine weltanschaulich vertiefte und zugleich wissenschaftlich begründete Sicherung der katholischen Erziehungsbelange zu gewährleisten:

"Es gilt den reichen, vielfach noch ungehobenen Schatz christlicher Erziehungsweisheit, wie ihn ehrwürdige Vergangenheit aufgespeichert hat, aus manchem Halbdunkel emporzuheben und für unsere Zeit ins rechte Licht zu setzen. Es gilt im Geist jener organisch anwachsenden "philosophia perennis", die mit unverbrüchlicher Treue gegen das Altbewährte freudige Aufgeschlossenheit für jedes wertvolle Neue verbindet, an jedem echten Fortschritt erziehungswissenschaftlicher Erkenntnis mit reiner Hingabe und strenger Sachlichkeit mitzuarbeiten. So hoffen wir den Beifall und die Unterstützung unserer Freunde zu gewinnen und den Gegnern Achtung abzuringen....

Findet dieser Anspruch Erfüllung, dann werden aus der wissenschaftlichen Theorie, die hier auf allen den mannigfachen Teilgebieten systematischer und historischer Pädagogik gefördert werden soll, von selbst nutzbare Früchte erwachsen auch für die erzieherische Praxis, für die Geisteserneuerung und –vertiefung, für die Grundsatzklärung und –festigung, die unserem gesamten deutschen Unterrichts- und Erziehungswesen gerade in unseren Tagen so not tut."
(Aus dem Geleitwort Prof. Dr. Ettlingers zum ersten Band der "Vierteljahresschrift für wissenschaftliche Pädagogik" von 1925)

Text: Stephan Chmielus, Ref. 302
E-Mail: chmielus@bistum-muenster.de

 
Live Übertragungen aus dem St.-Paulus-Dom Münster
Ehe- Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster
Kita - Lebensort des Glaubens
Emmaus-Reisen