Emmerich
Bistum Münster äußert sich zur Frage eines
etwaigen sexuellen Missbrauchs in Emmerich

Ein Posting in Facebook warf gestern (27. Februar 2014) und die NRZ in Emmerich wirft heute (28. Februar 2014) die Frage auf, ob es in der Zeit, bevor Pfr. Weidisch in Emmerich die Pfarrstelle übernahm, einen Missbrauchsfall im Bereich der katholischen Kirchengemeinden Emmerichs gab.

Dazu stellt das Bistum Münster klar:

1. Die Kommission des Bistums Münster für Fälle des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche hat bislang keinerlei Kenntnis von irgendeinem Fall sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche in Emmerich.

2. Sie hat die geposteten Unterlagen und den veröffentlichten Artikel gesichtet und entschieden, die Fakten sofort an die Kriminalpolizei zu geben, damit diese ggf. weiter gehende Ermittlungen betreiben kann; diese Weitergabe ist erfolgt.

3. Zu der im Facebook-Posting und im Zeitungsartikel geäußerten Vermutung, dass Pfr. Weidisch zu einem Fall des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistliche in Emmerich hätte Aufklärungsarbeit leisten wollen, ist klarzustellen: Wenn ein katholischer Geistlicher Kenntnis von einem Missbrauchsfall hat, ist es ihm nicht gestattet, selbst Ermittlungen anzustellen, weil dadurch eine Vertuschung begünstigt werden könnte. Gemäß Ziffer 11 der gültigen Leitlinien (sh. unten) hat  jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter im kirchlichen Dienst  einen Missbrauchsfall schnellstmöglich den zuständigen Stellen zu melden; ähnliche Vorgaben galten auch vor Inkrafttreten der aktuellen Leitlinien. Die Bistumsleitung geht davon aus, dass sowohl Pfr. Weidisch als auch Pfr. Kossen der Meldepflicht nachgekommen wären, wenn sie Kenntnis von einem Missbrauchsfall in Emmerich gehabt hätten.

Die aktuellen Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz stehen im Internet zum Download bereit.

Download:  

- Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: © Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0