Philippinischer missio-Gast und BDKJ-Vertreter stellen Projekt vor
Philippinischer missio-Gast und
BDKJ-Vertreter stellen Projekt vor

"Tree of life" ("Baum des Lebens"), so wird die Kokosnusspalme auf den Philippinen genannt. Ein passender Name, ermöglicht sie doch den dortigen Kleinbauern, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, denn aus Kokosnussschalen stellen sie Holzkohle her.

Das philippinisches Partnerschaftsprojekt wird unter anderem vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) NRW unterstützt. Anlässlich des Monats der Weltmission des katholischen internationalen Hilfswerks "missio" stellte BDKJ-Diözesanvorsitzender Johannes Wilde das Projekt "Faire Grillkohle" am 5. Oktober in der Akademie Franz Hitze Haus in Münster vor.

Er begleitete Pater Roberto Alda, der derzeit durch das Bistum fährt, um von seiner Heimat, den Philippinen, zu berichten. Der Steyler Missionar lebt bereits seit 2001 in Deutschland und leitet seit vergangenem Jahr die Pfarrei Arnold Janssen in Goch am Niederrhein.

"Konventionelle Grillkohle für den deutschen Bedarf wird aus Tropenhölzern hergestellt", berichtete Johannes Wilde. "Dabei werden oft sämtliche ökologischen und sozialen Standards vergessen, das heißt, der Urwald geht für immer verloren, und die Köhler arbeiten ohne Arbeitsschutz." Dank der Unterstützung einer örtlichen Nichtregierungsorganisation sei schließlich mit der Produktion von Grillkohle-Briketts aus Kokosnussschalen begonnen worden. "Die Vorteile liegen auf der Hand", betonte Wilde. Eine sich gleichmäßig verteilende Glut, eine geringe Rauch- und Ascheentwicklung und gute Brenneigenschaften: All diese Aspekte verbinde die "Faire Grillkohle" mit sozial-ethischer und nachhaltiger Produktion und Bezahlung der Arbeiter vor Ort auf den Philippinen.

"Das ist ein tolles Projekt, mit dem Sie mein Heimatland unterstützen", freute sich auch Pater Roberto. Er sprach mit den Anwesenden über die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation. Vor allem die Drogenproblematik sei in den vergangenen fünf Jahren sprunghaft gestiegen, die Gewaltbereitschaft unter Abhängigen und Dealern habe enorm zugenommen. Er selbst war vor drei Jahren das bislang letzte Mal in seiner Heimat, "es war wirklich schlimm, selbst ich konnte mich dort nicht mehr sicher fühlen." Den harten Kurs der Regierung und die Morde im Zusammenhang mit Drogenrazzien verurteilt er, doch er kann verstehen, warum der neue Präsident Rodrigo Duterte so gut ankommt beim Volk: "Er sagt das, was die Leute verstehen in einer Sprache, die die Leute verstehen", ist sich Alda sicher.

Rund 100 Millionen Einwohner leben auf den Philippinen, sie haben mit Drogen, Prostitution und Menschenhandel zu kämpfen, viele leben in Slums, neben denen sich Müllberge türmen. Daher engagieren sich die Steyler Missionare mit verschiedenen Projekten. "Dort finden Slum-Familien oder Prostituierte eine neue Perspektive für ihre Zukunft. Wir geben ihnen ihre Würde zurück", erklärte Alda. Den Einsatz der Kirche hält er für unverzichtbar. "Kirche ist ein Mitspieler in unserer Gesellschaft, darum lassen wir unsere Stimme hören."

Mehr Informationen zum Monat der Weltmission mit Terminen und Spendenmöglichkeiten gibt es auf der Seite www.missio-hilft.de/WMs  im Internet.

Die "Faire Grillkohle" des philippinischen Partnerschaftsprojektes kann im Internet unter www.fair-grillen.de  bestellt werden.

Bildunterschrift: BDKJ-Diözesanvorsitzender Johannes Wilde (links) und Pater Roberto Alda zeigen die "Faire Grillkohle", das Endprodukt eines philippinischen Partnerschaftsprojektes.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 07.10.16
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann