(von links) Meike Friedrich, Jörg Hagemann, Jürgen Tausgraf und Bernd Kersken
Konfessionsübergreifend die Gesellschaft würzen:
Christen in Münster freuen sich auf Katholikentag

Voller Vorfreude auf den 101. Deutschen Katholikentag, der vom 9. bis zum 13. Mai 2018 in Münster stattfinden wird, haben sich am 26. November Vertreterinnen und Vertreter der beiden großen christlichen Konfessionen in Münster geäußert.

Stadtdechant Jörg Hagemann, Pfarrerin Meike Friedrich als Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Münster, Jürgen Tausgraf als Vorsitzender des Stadtkomitees der Katholiken in der Stadt Münster sowie Stadtdekanatsgeschäftsführer Bernd Kersken warfen im Büro des katholischen Stadtdekanats einen optimistischen Blick auf das anstehende Großereignis. Die Einladung des Bistums Münster dazu hatte die Vollversammlung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) in Bonn am 21. November angenommen.

"Unsere Freude ist groß, weil wir erwarten, beim Katholikentag in einen wichtigen Austausch kommen zu können", sagte Hagemann. Mit einem Programm, das auch gesellschaftliche Auseinandersetzung und kulturelle Inhalte umfasse, sei ein Katholikentag eine wertvolle Gelegenheit zu religions- und konfessionsübergreifenden Begegnungen. Das könne man nutzen, um auch unbequeme Themen zu besprechen.

Superintendentin Friedrich betonte, sie habe sehr gehofft, dass der Katholikentag gerade 2018 nach Münster komme: "Denn so können 2017 beim Reformationsjubiläum die Katholiken den Schritt mit uns gehen, und ein Jahr später gehen wir den Schritt des Katholikentags mit ihnen." Wenn der Katholikentag in Münster nicht hätte Fuß fassen können, wäre dies aus ihrer Sicht für Christen beider Konfessionen peinlich gewesen. "Es wäre uns außerdem viel entgangen", ergänzte Friedrich, "denn so ein Kirchentag ist immer auch eine Gelegenheit der Kontaktaufnahme mit Menschen, die sonst wenig mit der Kirche zu tun haben."

Tausgraf, der die ZdK-Entscheidung miterlebt hatte, berichtete, in Bonn sei immer wieder an den Katholikentag in Osnabrück im Jahr 2008 erinnert worden. "Diese vielen kleinen Begegnungen, diese Kontakte zu Menschen wünschen wir uns in den Pfarreien und Verbänden auch für Münster 2018", sagte Tausgraf. Beim 750-jährigeWeihejubiläum des St.-Paulus-Doms Münster im September habe man das schon im Kleinen erlebt.

Mit Blick auf den bei der Stadt Münster beantragten Zuschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro räumte Hagemann ein, er verstehe das Ringen um eine solche Summe angesichts der finanziellen Situation nach dem heftigen Hochwasser vom Juli. Dennoch sei er überzeugt, "dass öffentliche Gelder hierfür vertretbar sind." Denn Katholikentage gäben Impulse für die Stadt- und die Gesamtgesellschaft. "Wenn 30.000 Besucher, wie beim diesjährigen Katholikentag in Regensburg, aktuelle Themen diskutieren, dann bringt das etwas in Bewegung", stellte der Stadtdechant fest, "wir wollen nicht nur unser eigenes Süppchen kochen, sondern Würze in die Gesellschaft tragen." Gemeinsam wolle man überlegen, wie es gelingen könne, diese verantwortliche christlich und sozial zu gestalten.

"Diese Stadt lebt von ihren Kirchtürmen, die Menschen kommen nicht zuletzt deshalb hierher", unterstrich die Superintendentin. Deshalb sei es legitim, einen Zuschuss zu beantragen.

Tausgraf indes hob hervor, dass der Katholikentag ein Laientreffen sei: "Es sind die Laien, die Themen in Bewegung bringen." Derzeitiger Stand sei, dass das ZdK seinen Generalsekretär Dr. Stefan Vesper beauftragt habe, die notwendige Mitfinanzierung durch Kirche und öffentliche Hand bis kommenden Mai sicherzustellen.

Schon jetzt gesichert ist hingegen die ökumenische Zusammenarbeit beim Katholikentag. Superintendentin Friedrich sagte die Unterstützung ihres Kirchenkreises zu. Dies sei gängige beiderseitige Praxis bei solchen Großveranstaltungen.

Abschließend zeigte sich Stadtdechant Hagemann sicher, dass die Münsteraner Katholiken gute Gastgeber sein werden. "Zwar lädt das Bistum ein, aber es ist die Stadtbevölkerung, die die Gäste empfängt", sagte er, "die vier Tage werden die Stadt auf den Kopf stellen und in positiver Weise verändern."

Text: Bischöfliche Pressestelle
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de

 
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