puerie cantores
Erstes Treffen des Chorverbands
Pueri Cantores im Bistum Münster

Der ganze St.-Paulus-Dom Dom klingt; aus jeder Ecke ist eine Kinderstimme zu hören. Das liegt nicht etwa an der guten Akustik des sakralen Raums der Münsteraner Kathedrale, sondern an den rund 450 Chorsängerinnen und –sängern, die aus 16 Pfarreien des Bistums Münster angereist sind.

Sie haben sich rund um den Altarraum verteilt und singen in den verschiedensten Stimmlagen und –farben von Streiten und Versöhnen zwischen König Saul, seinem Sohn Jonathan und dem Hirten David.

Versöhnen und Frieden ist es auch, was die Chöre ausmacht. Zwar kommen sie aus verschiedenen Orten, es sind Knaben- und Mädchenchöre, von der ersten Klasse bis zum Abitur sind alle Altersgruppen dabei, und doch haben alle etwas gemeinsam: Sie gehören zum Chorverband Pueri Cantores. Gegründet nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich, ist der Verband katholischer Kinder- und Jugendchöre schnell international geworden und hat in vielen Bistümern "Ableger“ gebildet. Seit dem Domjubiläum 2014 gibt es auch im Bistum Münster einen Diözesanverband, dessen erstes Diözesantreffen an diesem Samstag stattfindet.  "16 der 28 Chöre sind hier, das ist eine Menge“, freut sich Andreas Müller, Vorsitzender des Diözesanverbands und einer der Organisatoren des Tages.

Beim Musical "David und Jonathan“ können, der großen Zahl der Sängerinnen und Sänger zum Trotz, alle mitmachen. Es erzählt die biblische Geschichte von David, der ein einfacher Junge ist und doch von Gott auserwählt wird. König Saul verübelt ihm das und möchte ihn beseitigen lassen. David vergibt ihm die Rachegedanken und wird sogar der beste Freund von Sauls Sohn. Für dieses Verhalten macht das Volk Israel David zum König.

Diese Geschichte proben die Chöre an diesem Tag und setzen sie in Szene. Vorne im Altarraum stehen zwei Chöre aus Rheine und aus der Überwasser-Kirche in Münster, sie sprechen die Texte und singen die Solo-Parts. Das Volk Israel wird von allen Sängerinnen und Sängern mit Stimme gefüllt – nicht umsonst hat Musical-Leiterin Sigrid Ricken vor einem halben Jahr bei Probenbeginn 500 Partituren bestellt. Gelohnt hat sich das doppelt: Einmal für die Zuhörer, die den Gesang der jungen Sängerinnen und Sänger und den Wortwitz des Stückes genießen. Aber auch für die Chöre, die sich kennenlernen und austauschen. "Denn Netzwerke aufbauen, das ist unser Ziel“, sagt der geistliche Leiter der Pueri Cantores, Clemens Lübbers, "und natürlich der Gründungsgedanke des Verbands, das Singen für den Frieden.“

Wie wichtig das auch knapp 70 Jahre nach Verbandsgründung ist, hat Lübbers bereits am Morgen erwähnt, als der Tag mit einem Friedensgebet im Dom begann. In seiner Predigt erklärte er den jungen Sängerinnen und Sängern, dass sie hier seien, um Gott singend um "Frieden und Versöhnung“ zu bitten.

Wie sehr Freundschaft auch das Singen fördert, hört man bei und von vielen Chormitgliedern. Die Fünftklässlerinnen Anna Wollmann und Mara van den Ham sind beispielsweise zur Basilikamusik Kevelaer, dem Mädchenchor der St. Marien-Gemeinde in Kevelaer, gekommen, weil sie eine Freundin dorthin begleitet haben. Und auch die Neunjährigen Jonas, Jakob und Gregor aus der Capella Ludgeriana aus Münster betrachten ihre gemeinsamen Fahrten als das Highlight in ihrem Chor.

Dass mit Freunden alles viel einfacher geht – dafür ist auch Saskia Osterholt, die Solo-Sängerin des Davids, ein Beispiel. "Meine Freundin und ich wollten gerne Jonathan und David singen“, erzählt sie, "wir haben kurz überlegt, und dann haben wir das einfach gemacht."

Ein voller Erfolg für alle; deshalb wird das erste Chortreffen der Pueri Cantores aus dem Bistum Münster wird sicher nicht das letzte sein. Immerhin stehen ja bald auch die nächsten welt- und EU-weiten Treffen des Verbandes in Rio und Barcelona an.

Bildunterschriften: Da war Musik drin: Die Chöre führten das Musical "David und Jonathan“ auf.

Fotos: Saskia Tietz / Bischöfliche Pressestelle
Text: Bischöfliche Pressestelle / 12.06.16
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de

 
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