Besondere Orte der christlichen Bestattung
Maria Hölscheidt engagiert sich
im Kolumbarium St. Antonius in Datteln

Im zweijährigen Turnus treffen sich Vertreter von Grabeskirchen in kirchlicher Trägerschaft aus Deutschland. In diesem Jahr findet der Erfahrungsaustausch erstmals im Bistum Münster statt und zwar in der Heimvolkshochschule Gottfried-Könzgen-Haus in Haltern am 21. und 22. Februar.

Im Bistum Münster sind in den vergangenen Jahren vier profanierte Kirchen zu Kolumbarien umgebaut worden. Seit 2006 werden Urnen in St. Konrad in Marl beigesetzt. Seit 2013 gibt es diese Möglichkeit auch im Kolumbarium St. Michael in Rheine, ein Jahr später öffnete St. Antonius in Datteln seine Türen. Seit Ende vergangenen Jahres gibt es dieses Bestattungsangebot ebenso im Kolumbarium St. Barbara in Kamp-Lintfort am Niederrhein.

Mit Unterstützung des Referats Seelsorge in kritischen Lebenssituationen des Bischöflichen Generalvikariats Münster und des Katholischen Kreisbildungswerk Recklinghausen hat Maria Hölscheidt das Treffen vorbereitet, zu dem die Besichtigung der Kolumbarien in Marl und Datteln ebenso gehört wie ein öffentlicher Vortrag von Prof. Dr. Reiner Sörries. Die Pastoralreferentin ist Ansprechpartnerin im Kolumbarium St. Antonius in Datteln.

"In einer Zeit, in der sich die Bestattungskultur wandelt und die Menschen zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten wählen können, ist die Beisetzung in einem Kolumbarium eine Option. Man kann aber nicht sagen, es gäbe eine bessere oder schlechtere Art der Beerdigung", sagt Hölscheidt. Bei zahlreichen Gesprächen habe sie erfahren, dass das Kolumbarium als besonderer Ort der christlichen Bestattung als geschützter und bergender Raum wahrgenommen werde. "Über das Kolumbarium beschäftigt sich eine Gemeinde zudem mit den Themen Trauer, Tod und Sterben in der Pastoral. Auch zeigt es, dass sich die Kirche kümmert. Das macht sie eigentlich immer, aber wir sind inzwischen beim Thema Bestattung in den Köpfen der Menschen nicht mehr so selbstverständlich präsent wie früher", weiß Ludger Schneider, seit August 2015 Pfarrer in der Pfarrei St. Amandus, zu der das Kolumbarium St. Antonius gehört.

In zahlreichen Führungen hat Hölscheidt Interessierten die Architektur und das inhaltliche Konzept näher gebracht. "Aber es braucht seine Zeit, bis es sich herumgesprochen hat. Uns ist es wichtig, dass das Kolumbarium nicht als reiner Friedhof gesehen wird, sondern dass es zu einem Gemeindeort wird. Da ist Engagement, Ausdauer und Sensibilität in der Pfarrei für diesen Bereich gefragt", sagt die Pastoralreferentin. Mit unterschiedlichen Angeboten gelingt es ihr und einigen Ehrenamtlichen, die Menschen anzusprechen. "Regelmäßig bieten wir ein Abendgebet mit totengedenken und daran anschließend eine gemeinsame ‚Brot-Zeit‘ an. Wir haben ein festliches Frühstück am Heiligen Abend organisiert und einen Treff für Angehörige", nennt sie einige Beispiele. Zusammen mit aktiven Gemeindemitgliedern setzt sie sich dafür ein, das Kolumbarium immer mehr zum Kontaktplatz werden zu lassen. Es sei ein spiritueller Dienst, bei den Trauernden zu bleiben und ihnen Trost zu schenken. "Wir erleben, dass Menschen in unserer Kirche eine neue Heimat finden können", erklärt Hölscheidt und fügt hinzu: "Allerdings ist es in der Gemeinde für manche ein schweres Thema." Sie hofft, weitere Menschen für eine ehrenamtliche Mitarbeit begeistern zu können, um zu zeigen, wie Kirche als Sinnstifter an Lebenswenden wirken kann.

Bildunterzeile: Pastoralreferentin Maria Hölscheidt und Pfarrer Ludger Schneider im Kolumbarium St. Antonius in Datteln.

Text: Bischöfliche Pressestelle/15.02.2017
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Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle