Auch rund um die zum Pfarrheim umgebaute St. Johanneskirche wird sich noch einiges verändern.
Telgter St. Johanneskirche wurde
zu einem Pfarrheim umgebaut

Neue Räume aufgeschlossen, neue Möglichkeiten erschlossen: Mit der feierlichen Eröffnung der zum Pfarrheim umgebauten ehemaligen Kirche St. Johannes Evangelist ist am 19. März in der Pfarrei St. Marien in Telgte eine lange und schwierige Phase des Gemeindelebens versöhnlich abgeschlossen worden.

Dicht gedrängt wollten die Gemeindemitglieder diesen Moment des Neuanfangs nicht verpassen. Mit einem Dank an alle Beteiligten – von den Handwerkern bis zum Architekten, von den Gemeindegremien bis zum Bistum Münster und zur Stadt Telgte – begrüßte Propst Dr. Michael Langenfeld die Gäste zur Schlüsselübergabe und Segnung des umgebauten profanierten Gotteshauses. Der Anlass stand unter dem Motto "Aufgeschlossen – Auf Tuchfühlung".

Das war ganz wörtlich gemeint. Denn die Telgter Textil-Künstlerin Julia Arztmann hatte mit einem neunköpfigen Kreativteam aus der Pfarrei aus gespendeten Stoffen und alten Lampenschirmen eine aufwändige Installation geschaffen, die Kuratorin Dr. Beate Brockhoff im Interview mit den Beteiligten erläuterte. Viel Aufmerksamkeit wurde dem von der Decke des neuen Andachtsraumes hängenden, vielgestaltigen Stoffobjekt "Lichtung" zuteil.

Das multifunktionales Pfarrheim verleugne seinen Ursprung als Gotteshaus nicht, darauf wies Architekt Franz-Jörg Feja in seiner Rede zur Übergabe des symbolischen Schlüssels hin. Das Büro Feja+Kemper hatte den Architekturwettbewerb gewonnen und 2013 seine Umbaupläne für den Kirchenbau vorgestellt, die ab Herbst 2015 realisiert wurden. Die schwierigste Phase der Kontroversen zwischen dem Bistum – das den Abriss der Kirche vorgesehen hatte – und der Gemeinde – die gegen diese Absicht war – war damals bereits durch konstruktives Ringen um einen Kompromiss beendet.

"Es war eine besondere Kirche und ist nun ein besonderes Pfarrheim", berichtete der Architekt über die möglichst gering gehaltenen Eingriffe in den Raum, "aber genau das war die große Herausforderung." Fejas Grundidee war es, die neu geschaffenen Räume wie Möbel in den ehemaligen Kirchenraum einzupassen. Warmes Holz, viel Licht, bewegliche Trennwände und der Eindruck schlichter, transparenter Eleganz wirkte auf die vielen Gäste eindrucksvoll. Der Vorsitzende des Pfarreirates, Dieter Köcher, nahm den Schlüssel entgegen. Damit das neue Haus als "gemeinsamer Raum" der Pfarrei St. Marien empfunden werde, bekam jeder Gast einen kleinen Plastikschlüssel als Erinnerung.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn war gekommen, um das Gebäude zu segnen, in dem auch der benachbarte Kindergarten einen Mehrzweckraum nutzen wird. Zekorn hatte damals schon die Profanierung der St. Johanneskirche vorgenommen. "Diese Profanierung war mit sehr viel Trauer, Tränen und Verwundungen bei vielen Menschen verbunden", erinnerte er sich, "ich persönlich werde den Gottesdienst zur Profanierung mein Lebtag nicht vergessen. Es gibt Ereignisse, die bleiben ins Herz eingegraben, erst recht bei vielen von Ihnen." Zekorn bekannte, dass Bistumsleitung und -verwaltung Fehler gemacht hätten.

Zu den Räumen gab der Weihbischof eine besondere Deutung: "Alle, die sich hier treffen, werden von der tiefen Symbolik der Architektur umfangen." Die ehemalige Kirche habe die Form eines griechischen Kreuzes. Deshalb seien alle Räume des Pfarrheims in die Arme dieses Kreuzes eingeschrieben. "Was kann es Schöneres geben, als in den Armen Gottes zu leben, zu spielen, zu tagen und zu arbeiten", sagte Zekorn.

Nach dem Segen sprachen Telgtes Bürgermeister Wolfgang Pieper ("ein mit Respekt und Zurückhaltung vorgenommener Umbau") und Pfarrerin Sabine Elbert für die evangelische Gemeinde kurze Grußworte. Der Gospelchor St. Marien, der die Feier begleitet hatte, setzte den musikalischen Schlusspunkt des offiziellen Teils, ehe sich die Gäste in allen Räumen umsehen konnten.

Bildunterschriften:

  • Auch rund um die zum Pfarrheim umgebaute St. Johanneskirche wird sich noch einiges verändern.
  • Architekt Franz-Jörg Feja (rechts) übergab den symbolischen Schlüssel an Dieter Köcher vom Pfarreirat (links) im Beisein von Propst Langenfeld und Weihbischof Zekorn (hinten).

Text: Bischöfliche Pressestelle / 20.03.17
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Fotos: Heike Hänscheid / Bischöfliche Pressestelle

 
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