Bei einer Diskussionsrunde mit Schülern des Leistungskurses Sozialwissenschaften ging es um verschiedene politische Themen
Weihbischof Dr. Christoph Hegge zu
Besuch in den Fürstenbergschulen

Ob mit der neuen nordrhein-westfälischen Landesregierung alles besser wird... Weihbischof Dr. Christoph Hegge hielt sich am 17. Mai bei seinem Besuch in den Fürstenbergschulen diplomatisch zurück: "Das muss sich erst beweisen."

Michael Kamlage, Leiter des Gymnasiums in Recke, hatte dennoch vorausschauend eine Bitte an den Besuch aus Münster: "Wir sollten als bischöfliche Schulen nicht alles mitmachen, was die Politik im Bildungsbereich an Neuem binnen drei Monaten umsetzen möchte."

Um Politik ging es auch in einer Diskussionsrunde mit Schülern des Leistungskurses Sozialwissenschaften. Sie wollten wissen, ob sich die katholische Kirche nicht viel stärker in politische Prozesse einmischen müsse. Der Weihbischof gab zu bedenken, dass sich Kirchenvertreter oftmals zu Wort melden: "Schaut nur auf die Flüchtlingsthematik oder die Debatte um gerechte Löhne." Nicht immer, erklärte Hegge, würden die Gespräche öffentlich geführt: "Manches passiert hinter verschlossenen Türen und wird nicht an die große Glocke gehängt." Entscheidend sei am Ende der Erfolg, nicht die mediale Aufmerksamkeit.

Ein Schwerpunkt im SW-Unterricht war die Zukunft der Rente. Wie steht der Weihbischof in diesem Zusammenhang zum Leistungsprinzip? Hegge spannte den Bogen weiter: "Leistung ist wichtig für die Persönlichkeitsbildung." Unabhängig von späteren Rentenansprüchen ermunterte er die Jugendlichen, etwas aus sich herauszuholen, an die eigenen Grenzen zu gehen: "Die Couch-Potato-Mentalität bringt Euch nichts."

Wenn Menschen, aus welchen Gründen auch immer, keine Leistung bringen könnten, greife in Deutschland die Soziale Marktwirtschaft als Ausdruck der Menschenwürde. "Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis dieser beiden Leitbilder in unserer Gesellschaft", ergänzte der Weihbischof mit Blick auf Leistungsprinzip und Soziale Marktwirtschaft.

Ob er das Abitur nach zwölf oder 13 Jahren favorisiere, hakten die Oberstufenschüler nach. "Gesünder ist sicher G 9", antwortete Hegge. Er selber habe während seiner Gymnasialzeit die freien Nachmittage genossen: "Wir konnten uns mit Freunden treffen und unseren Hobby nachgehen." Fußball sei für die Persönlichkeitsentwicklung genauso wertvoll wie Mathematik oder Latein. Viel maßgeblicher als G8 oder G 9 sei jedoch "eine gute Schule". Dem stimmten die Schulleiter Michael Kamlage und Heinz-Dieter Meyer unisono zu.

Gleich zu Beginn seines Besuches hatte der Weihbischof bei einem Rundgang mit den Schulleitungen sowie dem Schulseelsorger Pfarrer Peter van Briel einen Eindruck von den freiwilligen Arbeitsgruppen am Nachmittag bekommen. In der Kreativ-AG, ein gemeinsames Angebot für Realschüler und Kinder der Don-Bosco-Schule, sollte Hegge seine Lieblingseissorten aufzählen. Einen Raum weiter schaute er fasziniert den Jungen der Lego-Mindstorms-AG beim Programmieren ihrer Mini-Roboter zu. Und der Unterstufenchor stimmte für den Gast aus der Domstadt zum Abschied Lieder aus dem Schulmusical "Kleine Gauner" an. 

Bildunterschriften:

  • Bei einem Rundgang durch die Fürstenbergschulen schaute sich Weihbischof Dr. Christoph Hegge die verschiedenen Nachmittagsangebote an.
  • Bei einer Diskussionsrunde mit Schülern des Leistungskurses Sozialwissenschaften ging es um verschiedene politische Themen.      

Text: Bischöfliche Pressestelle / 18.05.17
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Gudrun Niewöhner