Lohmann
Weihbischof Rolf Lohmann feiert erstes Pontifikalamt in Kevelaer

Es gibt diese Momente, in denen passt einfach alles zusammen. Ein solcher Moment war am 16. Juli auf dem Kapellenplatz in Kevelaer gekommen: Gerade hatte der neue Weihbischof Rolf Lohmann seine Primiz, also sein erstes feierliches Pontifikalamt, in der Basilika gefeiert und anschließend am Gnadenbild gebetet.

Beim Gang zurück segnete er einige Kinder, ein Mädchen fragte er schließlich nach dem Namen. "Ida“ antwortete die Kleine ¬– und sorgte so für ein Strahlen auf dem Gesicht Lohmanns. Sofort deutete er auf seinen Bischofsstab, dessen Knauf die Porträts von vier Seligen und Heiligen zeigt, die für ihn von besonderer Bedeutung sind. Darunter Ida, die erste Heilige Westfalens. In der Pfarrei St. Ida Lippetal-Herzfeld wirkte Lohmann 14 Jahre lang als Pastor. Und so gab es am Tag des ersten Gottesdienstes als Bischof durch die kleine Ida, die mit ihrer Familie aus Köln nach Kevelaer gekommen war, plötzlich eine Verbindung zu Lohmanns früherer Wirkungsstätte und zu seinen Vorbildern als Bischof.

Der Bischofsstab war bereits während des Gottesdienstes ein Thema. Viele Kevelaerer waren um 10 Uhr in die Basilika gekommen, um Lohmann das erste Mal als Weihbischof zu erleben. Gleich zu Beginn überreichte Dr. Edmund Bercker, stellvertretend für die Pfarrei St. Marien, Lohmann das Pektorale, also das Brustkreuz. Die Pfarrei hatte Geld gesammelt, um Lohmann das aus Silber und Ebenholz in Kevelaer gefertigte Kreuz zu schenken. "Bleiben Sie auch in Ihrer neuen Funktion ein Pastor, so wie Sie es all die Jahre waren“, bat Bercker. Der Weihbischof deutete auf seinen Stab: "Der Stab bringt genau das zum Ausdruck, er ist eine Erweiterung des Pastor-Schüppchens. Ich bin in den vergangenen Jahren durch die vielen Begegnungen bereichert worden in meinem Dienst als Pastor.“

In seiner Predigt warnte Lohmann davor, sich bei der Beurteilung von Erfolg alleine auf Zahlen zu konzentrieren, man dürfe sich den Zahlen – auch in der Kirche – nicht ausliefern. "Sollten wir nicht mehr Seelsorge als Zahlensorge betreiben?“, fragte Lohmann, zum Beispiel mit Blick auf die weniger werdenden Gottesdienstbesucher. Er erinnerte an das Gleichnis vom Sämann aus dem Tagesevangelium. Darin erzählt Jesus, wie ein großer Teil der Saat nicht aufgeht, die Körner aber, die auf fruchtbaren Boden fallen, umso mehr Frucht tragen. "Jesus sieht das, was nicht aufgeht und verdrängt es nicht. Er sagt, dass es Misserfolg gibt. Und doch lehrt er uns, nicht zu resignieren. Trotz der Misserfolge am Anfang gibt es unerwartet reiche Ernte.“

So gelte auch in der Kirche: "Ärgere ich mich mehr über die, die nicht mitmachen oder freue ich mich über die, die dabei sind?“, fragte Lohmann. Man dürfe nicht immer nur "den Kopf senken und sauertöpfisch gucken, so funktioniert das nicht, das ist der falsche Weg“, warnte der Weihbischof. Das Erfolgsrezept Gottes sei, dass er im Kleinen anfange – mit einem Weizenkorn, mit einem Kind in der Krippe – und darauf vertraue, dass etwas Großes daraus wird. Und so lohne sich die Mühe bei der Erziehung der Kinder, es lohne sich die Zeit, die in Kommunion- und Firmvorbereitung investiert wird, es lohne sich das Gebiet um Priesternachwuchs. "Die Ernte lohnt die Mühe des Säens“, bekräftigte er.


Bildunterschrift:
Nach dem Gottesdienst zog Weihbischof Rolf Lohmann über den Kapellenplatz zur Gnadenkapelle, um dort zu beten.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 16.07.17
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Foto: Christian Breuer / Bischöfliche Pressestelle