"Ziel war es immer,
den Jugendlichen zu schützen"

Am 13. und 14. Januar hat das Bistum Münster die Öffentlichkeit darüber informiert, dass mit Ablauf vom 12. Januar der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, Pfarrer Christoph Grosch (48) von seiner Aufgabe als Pfarrer der Pfarrei Zur Heiligen Familie in Kleve (Materborn) entpflichtet hat.

Grund für die Entpflichtung, um die Pfarrer Grosch den Bischof selbst gebeten hatte, war ein unangemessenes Kommunikationsverhalten Groschs mit einem Jugendlichen. Davon hatte das Bistum erstmals am 29. Dezember 2017 Kenntnis erhalten und unmittelbar Gespräche zur Klärung des Sachverhaltes geführt.

Nun hat die Rheinische Post in ihrer Ausgabe vom 20.01.2018 über die Situation des Jugendlichen berichtet. Zu dieser Berichterstattung und zum Sachverhalt stellt das Bistum Münster fest:

Das Vorgehen des Bistums war zu jedem Zeitpunkt eng mit der Familie des Jugendlichen abgesprochen; insbesondere war es immer das primäre Ziel des Bistums, den Jugendlichen zu schützen. Ein Seelsorger hat mit großem persönlichen Einsatz intensive Gespräche mit dem Jugendlichen und seiner Mutter geführt und dem Jugendlichen auch weitere professionelle Hilfeangebote gemacht, die dieser auch nutzt. Das Bistum Münster bedauert zutiefst, dass der Jugendliche durch das Verhalten des früheren Pfarrers so leiden muss.

Das unangemessene Kommunikationsverhalten, das in einem WhatsApp-Chat deutlich wird, liefert nach Einschätzung von Fachleuten, die der Ansprechpartner für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster hinzugezogen hat, keinen Hinweis auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten durch Pfarrer Grosch. Daher hat das Bistum Münster auch keine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet und wird das auch weiterhin nicht tun. Auch dies war mit der Familie des Jugendlichen abgesprochen.

Dem Bistum Münster liegen hier keinerlei Hinweise auf sexuellen Missbrauch vor.

Der Ansprechpartner für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs  (der u.a. Psychologe, Erziehungsberater und Pädagoge ist) hat mit großer Kompetenz, Empathie und einem enormen Einsatz fast täglich Gespräche mit der Familie des Jugendlichen und mit dem Seelsorger, der die Familie vor Ort begleitet, geführt. Das wurde von der Familie auch so gesehen.

Das Bistum Münster hat sich zu jedem Zeitpunkt so verhalten, wie es die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz für das Vorgehen in solchen Fällen vorsehen.
Das Bistum Münster hat äußerst schnell und konsequent gehandelt. Erstmals hat das Bistum am 29. Dezember 2017 von der Problematik erfahren. Unmittelbar danach begannen die Gespräche. Bereits mit Ablauf des 12. Januar 2018 wurde Pfarrer Grosch entpflichtet.

Das Bistum Münster bedauert es, dass in der öffentlichen Diskussion in Kleve und in der medialen Berichterstattung nun verschiedene Themen miteinander vermischt werden (WhatsApp-Chat, Fusion der Pfarrei, Situation und Vorkommnisse in der Pfarrei etc.), die nichts miteinander zu tun haben.

Das Bistum Münster bedauert es, dass die Entpflichtung von Pfarrer Grosch zu zahlreichen Gerüchten und Spekulationen geführt hat. Hätte das Bistum das nicht durch eine andere Kommunikation verhindern können, wurde in den vergangenen Tagen immer wieder gefragt. Nein! Das Bistum konnte, kann und darf – auch, wenn die Öffentlichkeit das als unbefriedigend empfindet – öffentlich nur das sagen, was es gesagt hat, da es die Persönlichkeitsrechte aller an dem Fall beteiligten Personen achten musste und muss. Zu keinem Zeitpunkt wurde das Bistum davon geleitet, etwas zu verheimlichen.

Die Zeitung wirft dem Bistum Münster vor, beim Umgang mit dem Fall in "alte Muster zu verfallen". Dieser Vorwurf ist falsch und entbehrt jeder Grundlage. Das Bistum Münster hat zu keinem Zeitpunkt versucht, etwas zu verschleiern. Ein Burnout ist, anders als die Zeitung das unter Bezugnahme auf die Eltern des Jugendlichen behauptet, vom Bistum Münster zu keinem Zeitpunkt als Grund für die Entpflichtung genannt worden. Das hat das Bistum Münster am 18. Januar auf Anfrage auch so mitgeteilt. Dass die Zeitung diese Aussage des Bistums nicht berücksichtigt, sondern stattdessen sogar im Kommentar einfach darüber hinweggeht, ist unseriös.

Das Bistum Münster bedauert es, dass eine Zeitung nun in dieser Form berichtet hat, weil dies nach unserer Einschätzung allen beteiligen Personen schadet, insbesondere wohl vor allem dem Jugendlichen selbst.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 20.01.18
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de


 

 
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