Telefonseelsorge
Fotoausstellung der Telefonseelsorge
im Kreishaus in Borken eröffnet

Die Ehrenamtliche ist beeindruckt von den 40 Fotoarbeiten im Foyer des Kreishauses in Borken: Langsam geht sie an den Bildern entlang, saugt die Momentaufnahmen auf.

"Die Fotos sind eine Bereicherung und Hilfestellung für die Arbeit am Telefon", findet die Frau aus dem Kreis Borken.

Seit Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich in der ökumenischen Telefonseelsorge Niederrhein/Westmünsterland. Mit Vorfreude sei sie deshalb am Donnerstag, 2. März, zur Eröffnung der Wanderausstellung "Aus Worten können Wege werden" nach Borken gekommen. Mit ihr führten Landrat Dr. Kai Zwicker, Propst Christoph Rensing vom Kreisdekanat Borken und Superintendent Joachim Anicker vom Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken in die Fotoschau ein. Bis zum 30. März sind die Bilder an der Burloer Straße zu sehen.

"Die ökumenische Telefonseelsorge ist nicht nur eine der ältesten ökumenischen Projekte in der Region", sagte Anicker zum Auftakt der Fotoausstellung. "Dieser bundesweit einmalige, 24 Stunden erreichbare psychosoziale Dienst ist auch eine wundervolle Lebensäußerung unserer Kirchen", lobte der Theologe des Kirchenkreises das Engagement.

Über einen Monat sind die Bilder nun in einem "offenen Haus für alle Bürgerinnen und Bürger", erklärte Landrat Zwicker, zu erleben. Die Kunstwerke gehen auf einen deutschlandweiten Fotowettbewerb der ökumenischen Telefonseelsorge, der Fachzeitschrift "Fotoforum" und des Zentralverbandes deutscher Berufsfotografen zurück. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Mail-Beratung hatte eine Jury aus 450 Einsendungen 40 Gewinner ausgewählt. In den vier Kategorien "Nachtlicht", "Freudensprünge", "Abgrundtief" und "Weit weg – ganz nah" geben die Arbeiten das Wirken der Telefonseelsorge fantasievoll und originell, schöpferisch und mutig, einfühlsam und nachdenklich wieder.

"Über 8000 Anrufe pro Jahr alleine im Kreis Borken zeugen von einer wichtigen seelsorgerlichen Arbeit", würdigte Propst Rensing den ökumenischen Dienst mit seinen etwa 100 Ehrenamtlichen für den Bereich Niederrhein/Westmünsterland. "Was sonst anonym und nur in Buchstaben oder Worten abläuft, kommt nun in Bildern zum Ausdruck", erläuterte Rensing.

Pfarrer Dirk Meyer, Leiter der Telefonseelsorge in der Region, sieht den Dienst als das "Nachtgesicht der Kirche". Dank spendete der evangelische Theologe dem Kreis Borken, der erst die regionale Plattform für die Wanderausstellung schuf, sowie der Sparkasse Westmünsterland, vertreten durch Regionaldirektor Hubert Buss. Das Kreditinstitut fördert seit langem die Arbeit der Telefonseelsorge.

"Verschwiegenheit ist bei uns oberstes Gebot", betonte Meyer. Wer in Not ist, jemanden zum Reden braucht, der kann rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr kostenfrei die 0800/111 0 111 wählen. Immer ist jemand erreichbar, der Zeit hat, zuhört – und meistens Rat weiß. Vor 60 Jahren aus der Suizidprävention entstanden, kümmert sich die Telefonseelsorge heute um alle Sorgen und Nöte der Anrufenden.

Bildunterschrift: Superintendent Joachim Anicker (v.l.) neben Hubert Buss von der Sparkasse Westmünsterland, Landrat Dr. Kai Zwicker, Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, Pfarrer Dirk Meyer, Propst Christoph Rensing und Karin Hante, stellvertretende Leiterin der Telefonseelsorge Niederrhein/Westmünsterland.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 03.03.17
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Daniel Cord