Aßmann
Pfarrer Georg Aßmann und Aloyce Ntonya aus
Tansania besuchen Gymnasium St. Mauritz

"Ich glaube, wir können uns so ein Leben von den Massai-Jungen in Tansania gar nicht vorstellen", sagt die 15-jährige Dorothea.

Sie steht noch ganz unter dem Eindruck dessen, was Pfarrer Georg Aßmann und Aloyce Ntonya ihr und ihren Mitschülern am 20. Oktober im Münsteraner Gymnasium St. Mauritz erzählt haben. Die beiden Männer sind aus Tansania angereist und berichten im Rahmen des Monats der Weltmission des internationalen katholischen Hilfswerks missio im Bistum Münster von ihrer Arbeit in Afrika.

Die 17-jährige Henny ist besonders beeindruckt von den Bildern, die Pfarrer Aßmann mitgebracht hat. Sie zeigen unter anderem die 2003 gegründete Schule für ältere Massai-Jungen, deren Direktor Pfarrer Georg Aßmann ist. Jugendliche erhalten dort die Möglichkeit, sich in nur drei Jahren auf die staatliche Abschlussprüfung vorzubereiten.

Mit Erfolg: Viele haben bereits ihr Abitur gemacht und anschließend einen Beruf ergriffen. "Natürlich müssen die schulischen Inhalte, die sonst in sieben Jahren vermittelt werden, irgendwie in drei Jahren untergebracht werden. Das ist eine Herausforderung. Die Schüler wohnen wie in einem Internat bei uns, sind nur zwei Monate im Jahr zu Hause und haben nur zwei Stunden in der Woche frei", erzählt Pfarrer Aßmann.

Vor 14 Jahren zog es den gebürtigen Ahlener ins Massai-Land. Seitdem ist er der erste Pfarrer der neu gegründeten St.-Josef-Gemeinde in Landanai im nördlichen tansanischen Bundesland Manyara. Der Schulalltag der Massai-Jungen sei neben den normalen Unterrichtszeiten sowie Zeiten des Selbststudiums auch durch Gottesdienste, religiöse Stunden und Basisgruppen geprägt, in denen sich die Jugendlichen zum Austausch treffen. "Und ein Gottesdienst ist bei uns ein richtiger Erlebnismorgen", erklärt Georg Aßmann den Jungen und Mädchen. "Das ist ein Tanzen und Springen, man könnte auch ,Chaos‘ dazu sagen, aber es ist ein sehr schönes Chaos!"

Fragen haben die Schülerinnen und Schüler des Q1-Religionskurses auch an Aloyce Ntonya. Er ist der stellvertretende Schulmanager in Landanai und spricht auf Kisuaheli, der Amtssprache in Tansania, zu den Jugendlichen. Simon Blicker, der ein Freiwilliges Soziales Jahr in Tansania verbracht hat, übersetzt für ihn.

"Wie ist es für Sie in Deutschland zu sein?", möchte ein Junge wissen. "Ich fühle mich sehr wohl hier und mache ganz viele neue Erfahrungen. Zum Beispiel, dass ich hier mit euch in einer Schule sitze und ihr keine Schuluniform tragt. Das wäre in Tansania so nie möglich."

Dort seien die Schüler alle mit der gleichen Kleidung ausgestattet, damit kein Unterschied zwischen arm und reich gemacht würde. "In der Schule sind alle gleich", fügt Pfarrer Aßmann noch hinzu.

Text: Bischöfliche Pressestelle
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