Kreiskomitee der Katholiken trifft sich mit Vertretern der Ausländerbehörde
Kreiskomitee der Katholiken trifft
sich mit Vertretern der Ausländerbehörde

"Uns ist es auch lieber, wenn Familien bleiben dürfen." Wie belastend die Arbeit der Ausländerbehörde für die Mitarbeiter häufig ist, das machten Behördenleiter Andreas Brinkhues und sein Mitarbeiter Jörg Tenbergen im Gespräch mit dem Vorstand des Kreiskomitees der Katholiken deutlich.

Die Runde der kirchlich-organisierten Laienvertreter hatte die beiden Kreismitarbeiter eingeladen, um sich über die aktuelle Flüchtlingssituation in der Region auszutauschen. "Wir können besser regelmäßig miteinander sprechen und nicht erst dann, wenn es einen Problemfall gibt", sagte Kreisdechant Christoph Rensing,

Als Information für die Komiteemitglieder hatte Andreas Brinkhues einige Zahlen mitgebracht. 28.698 Ausländer lebten Ende Oktober im Zuständigkeitsbereich der Ausländerbehörde des Kreises Borken (Bocholt gehört nicht dazu). 16.821 von ihnen waren EU-Bürger, 11.877 sogenannte Drittstaatler, die im Wesentlichen aus Syrien, der Türkei, dem Westbalkan, dem Irak und Afghanistan stammen. 2614 Flüchtlinge haben eine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen, 1468 befinden sich in einem laufenden Asylverfahren. 689 müssen ausreisen.

Der Vorsitzende des Kreiskomitees, Benedikt Kemper, bezeichnete in diesem Zusammenhang die Umstände ihm bekannter Abschiebeverfahren als problematisch: "Warum werden Familien früh morgens um 5 Uhr aus dem Bett gerissen?" Niemand werde einfach so abgeholt, erklärte Jörg Tenbergen: "Wir führen mit jedem ein Gespräch und weisen dabei auf die Möglichkeiten der freiwilligen Ausreise hin." Viele könne man so überzeugen. Weigern sich die Betroffenen, Deutschland zu verlassen, sei die Ausländerbehörde gesetzlich zur Abschiebung verpflichtet. Dass diese oftmals in den frühen Morgenstunden stattfinde, sei auch den vorgegebenen Flugzeiten geschuldet, sagte Tenbergen. Und er versicherten den katholischen Laienvertretern: "Wir fallen nicht mit der Tür ins Haus und sind immer um Deeskalation bemüht."

Brinkhues stellte außerdem klar, dass Straftäter verstärkt in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden: "Zwei Mitarbeiter sind zentral damit beschäftigt."

In Kontakt zu bleiben, sich auszutauschen, um einander besser zu verstehen, das nahmen sich am Ende des Abends der Vorstand des Kreiskomitees und die Vertreter der Ausländerbehörde vor -  gerade auch im Hinblick auf die zu erwartenden anerkannten Flüchtlinge, die in den nächsten Monaten in den Kreis Borken kommen sollen.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 14.11.2017
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de