Mauritzer Franziskanerinnen verlassen Mettingen
Mauritzer Franziskanerinnen
verlassen Mettingen

"Sie gehören zur DNA der Mettinger Einrichtungen und in Zukunft müssen wir versuchen, ohne Sie auszukommen", brachte es Dietmar Imhorst, Vorstand der Stiftung Mathias-Spital. auf den Punkt.

Während seiner Dankesrede zur Verabschiedung der Schwestern aus der Mettinger Reha-Klinik und dem Altenheim Maria Frieden dankte Imhorst den Mauritzer Franziskanerinnen für 132 Jahre, in denen die Schwestern die Sympathie, das Vertrauen und die Gunst der Bevölkerung gewonnen hatten. Mit Schwester Rita, Schwester Walfriede sowie Schwester Friederica verließen am vergangenen Sonntag die letzten drei Mauritzer-Schwestern Mettingen. Im Gottesdienst in der St.-Agatha-Kirche dankte Pfarrer Timo Holtmann den Frauen für ihren Dienst: "Die Schwestern sind über Generationen hinweg mit den Familien und deren Vorfahren verbunden gewesen.". 132 Jahre St.-Elisabeth-Hospital in Mettingen bedeuten auch 132 Jahre Pflege der Kranken durch die Schwestern der Franziskanerinnen von St. Mauritz in Münster.

Am 27. Januar 1885 traten die ersten drei Schwestern ihren Dienst an. Damals hatte das stille, menschenfreundliche Wirken der Franziskanerinnen Eindruck gemacht. So baten die Gründer der Mettinger Einrichtung um die Übersendung von Schwestern und damit um Errichtung einer neuen Ordensniederlassung. Im Winter 1885 traten Schwester Oberin Claudia und die Schwestern Flaviane und Clementia ihren Dienst in der Tüöttengemeinde an. Seit dieser Zeit wirkten die Mauritzer Schwestern in Mettingen, pflegten, betreuten und munterten Patienten, Kranke, Sterbende und Angehörige auf. 
Damals brachten die Schwestern einen großen Korb mit dem Notwendigsten und ihrem Hab und Gut mit. Den einstigen Weidenkorb der Schwestern voll mit Erinnerungen und Gaben aus Mettingen gab die Mathias-Stiftung den drei Schwestern bei der Verabschiedung mit. "Wir sind heute an einem Wendepunkt für die Einrichtung, aber auch für unsere Glaubensgemeinschaft", sagte die Mettinger Oberin Schwester Walfriede in ihrer Rede.

Mit der Hoffnung unter dem Motto "Lösch den Geist nicht aus" seien Pastor Timo Holtmann und Kaplan Fabian Binoy Joseph in den vergangenen Jahren auf der Suche nach einer Lösung für das Altenheim und die Reha-Klinik gewesen. Bereits 2015 nahm Pfarrer Holtmann Kontakt zum indischen Erzbischof George Valliyamattam vom Bistum Thalassery in Indien auf. Daneben gab es Gespräche mit Verwaltungsleiter Hubert Baune, der Pflegedienstleiterin Rita Plogmann sowie der Stiftung Mathias-Spital. Letztlich stimmte die Provinzoberin der Francist Clarist Congregation Kerala zu, dass ein Teil der Franziskanerschwestern von Lingen nach Mettingen kommt. So übernehmen die indischen Ordensfrauen jetzt die Nachfolge der Mauritzer Franziskanerinnen in Mettingen.

Neben Schwester Aleena und Schwester Linet, die bereits seit einiger Zeit in Mettingen sind, wird in wenigen Tagen Schwester Linda aus dem Lingener Konvent eintreffen. So bleibt der franziskanische Geist in den Einrichtungen erhalten. "Wir stellen unser Leben nicht unter Denkmalschutz, sondern sind immer wieder unterwegs zur Quelle", endete Schwester Walfriede, die künftig im Pflegeheim St.-Anna-Stift Kroge in Lohne sein wird. Bereits im letzten Oktober beendete Schwester Friederica ihren Dienst in Mettingen und lebt seit einiger Zeit im Schwesternheim in Nordwalde. Für Schwester Rita geht es zurück nach Telgte in die Reha-Klinik der Franziskus-Stiftung.

Bildunterschrift: Ein Abschied nach 132 Jahren: Einen Weidenkorb voller Erinnerungen nahmen Schwester Rita (2.v.l.), Schwester Walfriede (4.v.l.) und Schwester Friederica (7.v.l.) mit aus Mettingen. Vertreter der Mathias-Stiftung sowie der Kirchen und Kommunalgemeinde dankten ihnen für ihren Dienst. Mit Schwester Linet (5.v.r.) und Schwester Aleena (2.v.r.) sind schon zwei indische Schwestern der Francist Clarist Congregation Kerala in Mettingen.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 19.06.17
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Claudia Keller