Stellungnahme des
Bistums Münster

Das Bistum Münster nimmt wie folgt Stellung zu den Äußerungen von Prof. Michael Seewald auf "katholisch.de":

Mit großer Verwunderung hat der Bischof von Münster die öffentlichen Äußerungen von Professor Dr. Seewald zu den Themen Frauenpriestertum und Berufung zur Kenntnis genommen.

Der für die Verbindung zur katholisch-theologischen Fakultät zuständige Domvikar Dr. Reidegeld äußerte sich gegenüber katholisch.de: „Inhaltlich finde ich die Reduzierung der Frage nach dem Frauenpriestertum auf die bloße Gerechtigkeitsfrage sehr kurz gegriffen. Professor Seewald äußert, dass die Argumente gegen die Frauenordination auf ihn konstruiert und wenig überzeugend wirken. Dies lässt mich fragen, ob Professor Seewald sich mit jenen Theologen – hier verweise ich zum Beispiel auf Hans Urs von Balthasar – auseinandergesetzt hat, die diese Frage in einem größeren Zusammenhang bedacht haben.“

Anfragen stellte Domvikar Dr. Reidegeld auch an die Äußerungen von Professor Seewald zum Berufungsverständnis: „Ich kann gut verstehen, dass ein Theologe Vorsicht walten lässt in dem, was er über Gott zu sagen wagt, und dass er sich als Korrektiv gegenüber einem allzu fraglosen und selbstverständlichen Umgang mit theologischen Begriffen sieht. Jedoch die Reduzierung der Berufung auf einen persönlichen Willensakt deckt sich weder mit dem zentralen Glaubensgut der Kirche noch mit meiner Erfahrung als Priester. Unberücksichtigt bleibt dabei auch der gesamte Horizont des Berufungsbegriffs, wie er schon vom Neuen Testament her gegeben ist und sich in der Geschichte der Kirche entwickelt hat.“

Text: Bischöfliche Pressestelle / 02.06.2017
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