Sr. Raphaela
Schwester Raphaela engagiert sich seit über
vier Jahrzehnten in Afrika im Kampf gegen Aids

"Das Verkünden des Heils ist vor allem das Verkünden durch unser Leben." Das die hat Missions-Benediktinerin und Ärztin Schwester Dr. Raphaela Händler am 2. Oktober in Münster betont.

Im St.-Paulus-Dom gab die aus Nottuln stammende und seit über vier Jahrzehnten in Tansania lebende Ordensschwester in einem Gottesdienst, dem Weihbischof Dr. Stefan Zekorn vorstand, Einblicke in ihre Tätigkeiten insbesondere mit Aids-Kranken. Seit vielen Jahren wird sie in ihrer Arbeit vom Internationalen Katholischen Missionswerk ‚missio‘ unterstützt. Aktuell ist sie in Deutschland, um auf den am 25. Oktober stattfindenden ‚Sonntag der Weltmission‘ aufmerksam zu machen. Er steht in diesem Jahr unter dem Leitwort: "Verkündet sein Heil von Tag zu Tag".

Schwester Raphaela berichtete am Beispiel des Sechs-Jährigen Jackson und seiner Großmutter Bibi, wie die Situation in Tansania ist. Jackson ist HIV-positiv, weder kennt er seine Mutter noch seinen Vater – die Großmutter kümmert sich um ihn und noch drei weitere Kinder. Überleben kann Jackson nur, weil er in einen katholischen Kindergarten geht, wo er täglich Brei mit Zucker und Milchpulver bekommt. Bibi selbst hat kein Einkommen, die Hütte, in der sie lebt ist grasdeckt, Strom gibt es nicht. Das Wenige, das sie auf dem Feld erntet, reicht zum Leben nicht aus. Eine deutsche Studentin, die auf das Schicksal der Familie aufmerksam wurde, schickt jeden Monat 20 Euro. So wie Bibi und ihrer Familie gehe es vielen Menschen in Tansania, berichtete Schwester Raphaela. 65 Prozent der Bevölkerung lebe unter der Armutsgrenze, habe also weniger als 1,25 US Dollar täglich zur Verfügung. Menschen wie Bibi und ihrer Familie konkret zu helfen, insbesondere auch für eine Schul- und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Afrika zu sorgen, sei eine Aufgabe, der sich nicht nur die Missions-Benediktinerinnen, sondern alle Getauften und Gefirmten stellen sollten und könnten: "Die Verkündigung des Heils ist Aufgabe von uns allen. Jeder Christ hat einen Sendungsauftrag. Dabei ist das erste und das wichtigste die Botschaft von der Liebe Gottes durch unser Leben", sagte die Ordensfrau.

Weihbischof Zekorn dankte Schwester Raphaela für ihr Glaubens- und Lebenszeugnis. "Heil wird geschenkt, wenn Menschen auf die Stimme Gottes hören", sagte er vor allem auch im Blick auf das Leben der 75-jährigen Ordensfrau. In Afrika engagiert sie sich seit über vier Jahrzehnten für den Bau von Krankenhäusern, Kindergärten und Schulen für Mädchen. Die von ihr in Namibia und Tansania aufgebauten Initiativen gehören zu den größten Nichtregierungsprogrammen im Kampf gegen Aids.

Im Rahmen des ‚Sonntags der Weltmission‘ stellt missio in diesem Jahr Tansania in den Mittelpunkt. Der "Sonntag der Weltmission" ist eine weltweite Solidaritätsaktion der Katholiken. Fast die Hälfte der weltweit rund 2500 Diözesen befindet sich in Ländern, die wie Tansania zu den ärmsten der Welt gehören. Am ‚Sonntag der Weltmission‘ sammeln mehr als 100 päpstliche Missionswerke Spenden für sie. In Deutschland findet die Kollekte am Sonntag, 25. Oktober 2015, statt.

Text: Bischöfliche Pressestelle
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