Mission - den Glauben weitergeben
Mission - den Glauben weitergeben

Der Glaube an Gott trägt durch die Höhen und Tiefen des Lebens, er verleiht sozusagen Flügel. Wer diese fundamentale Erfahrung macht, möchte diesen Glauben auch weitergeben, zumal dies auch im missionarischen Sendungsauftrag der Bibel enthalten ist: "Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!" (Mk 16,15)

Missionarisch Kirche sein fängt beim Einzelnen an

Wenn es darum geht, den christlichen Glauben an den dreieinigen Gott weiter zu geben, ist mehr gefragt als die Vermittlung von biblischem Wissen. Dem Apostel Thomas sagte Jesus: "Selig sind, die nicht sehen und doch glauben" (Joh 20,29).

Glauben entsteht eben nicht allein durch ein Lernen des Katechismus, sondern auch durch Gottvertrauen, durch gemeinsame religiöse Erfahrungen und durch persönliche Glaubenserfahrung im Gebet: wenn man sich vom Heiligen Geist ergreifen lässt.

Glauben hat also emotionale und geistliche Dimensionen; das "ist kein Paket, das man einfach weiterreichen kann. Er ist wie das Licht eines Feuers, das andere entflammen will. Nur das, was in einem Menschen lebendig ist, kann auch andere begeistern" (Annette Höing).

Entsprechend vielschichtig sind die Anlässe und Möglichkeiten zur Weitergabe des Glaubens beizutragen. Dazu sind Theologen und Laien, Lehrer und Eltern, Ordensleute und Gruppenleiter –und jeder, der getauft und gefirmt ist aufgerufen, den anderen als Nächsten erkennen und ihm vom Evangelium zu erzählen.

Wichtige Anknüpfungspunkte zur Glaubensweitergabe geben:

"An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen." (Mt 20,20) Gelegenheit zur Glaubensweitergabe bietet sich auch immer dann, wenn das Handeln eines Christen aus dem Glauben erlebt wird. Wer die Gebote Gottes achtet, wer die Gottes- und die Nächstenliebe ernst nimmt, wer seine Sinne für die Sorgen und Nöte anderer offen hält und sich für Benachteiligte stark macht, wird authentisch als Christ erfahren.

Wer so 'glaub-würdig' lebt, ermöglicht, dass Beziehungen wachsen, dass Leiderfahrungen von Armut, Streit, Trennung, Arbeitslosigkeit, Krankheit, oder Tod angesprochen werden, dass Gespräche Tiefe bekommen, dass Sinnfragen des Lebens mit ihrem 'Woher?', 'Wohin?' und 'Warum?' Raum finden. Nicht nur dann gibt es Gelegenheit, Zeugnis zu geben vom eigenen Glauben und von eigenen Glaubenserfahrungen zu erzählen.

Glaubensweitergabe verlangt es, einladend auf den Nächsten zuzugehen: ihn anzusprechen, abzuholen und mitzunehmen zum gemeinsamen Gebet, zum Gottesdienst, zum Bibelkreis, zu Besinnungstagen, zur Wallfahrt, zum Katholikentag oder zu den vielen anderen Möglichkeiten, mit Gott und mit anderen Glaubenden in Kontakt zu kommen. » Link zur deutschen Bischofskonferenz

Text und Foto: Martin Wißmann
E-Mail: wissmann-m@bistum-muenster.de