Bauckmann
Anja Baukmann ist neue Pastoralreferentin in St. Ludger in Selm

Eigentlich wollte sie nie einen Beruf ergreifen, der mit Kirche zu tun hat. So dachte Anja Baukmann jedenfalls als Jugendliche. "Ich bin katholisch vorbelastet. Meine Mutter ist Pfarrsekretärin und mein Vater Diakon“, erklärt die heute 28-Jährige, die in Wadersloh aufgewachsen ist, lachend.

Doch dann sei alles anders gekommen. Ein Gemeinde-Praktikum in Herzfeld habe ihr so gut gefallen, dass sie ihren Entschluss revidierte und in Münster Theologie sowie Pädagogik studierte. "Aber ich habe jedes Semester wieder geschwankt, ob es das Richtige für mich ist“, gibt Baukmann zu. Endgültige Klarheit habe ihr die anschließende dreijährige Ausbildung zur Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Martinus und Ludgerus in Sendenhorst gebracht. "Es hat mich bestärkt und mir viel Freude gemacht. Ich habe sehr unterschiedliche Bereiche der Pastoral kennengelernt“, erzählt Baukmann.

Die Jugendarbeit bildete einen Schwerpunkt während der Ausbildung in Sendenhorst. Ein besonderes Erlebnis sei im vergangenen Jahr die Reise mit einer Gruppe zum Weltjugendtag (WJT) nach Krakau gewesen. "Die Finanzierung haben wir gut hinbekommen. Die Jugendlichen haben viel gearbeitet, damit wir den Teilnehmerbeitrag niedrig halten konnten. Ich war richtig stolz auf sie“, berichtet Baukmann. Auch in Selm wird sie in der Firmvorbereitung, in der Arbeit mit Messdienern und der Landjugend tätig werden. Ob sie aber mit den Jugendlichen 2019 am WJT in Panama teilnehmen kann, sei noch nicht klar.

"Vielleicht kann man sich mit anderen Gruppen zusammentun. Ich würde sehr gern fahren, denn ich spreche relativ fließend Spanisch“, begründet die Pastoralreferentin ihren Wunsch. Für Sprachen habe sie sich immer schon interessiert. So verbrachte sie während ihrer Schulzeit ein Jahr in den USA. 2011 tauschte sie für zwölf Monate ihren Studienort Münster gegen Madrid. "Ich habe an der Päpstlichen Universität Comillas studiert, die von Jesuiten geleitet wird“, erzählt sie.

Die anfänglichen Zweifel, ob dieser Beruf wirklich der richtige für sie sei, hätten sich im Lauf der Ausbildung gelegt. "Ich habe mich in den drei Jahren weiterentwickelt, habe viel über mich und meinen Weg im Glauben gelernt“, sagt sie und fügt hinzu: "Das ist genau das, was ich in der Gemeinde tun möchte: Die Menschen auf ihrem Weg ein Stück begleiten. Und da, wo es für sie hilfreich ist, möchte ich ihnen das anbieten, was mir in meinem Leben Kraft gibt: Den Glauben daran, dass da jemand ist, der uns nie allein lässt und uns nie aufgibt.“

Und wenn künftig neben der Arbeit, ihren Hobbys Hip-Hop-Tanz und Volleyball noch Zeit bleibe, würde sie sich gern für Flüchtlinge engagieren. "In Sendenhorst haben wir ein monatliches Frühstück für Flüchtlingsfrauen organisiert. Das war toll“, schwärmt sie. Das Engagement für die Geflohenen liege ihr am Herzen. "Ich weiß durch meine Auslandsaufenthalte wie es ist, wenn man in ein fremdes Land kommt. Es ist sehr anstrengend, und ich war glücklich, dass mich Menschen an die Hand genommen haben“, kann sie die Gefühlslage der Menschen, die neu nach Deutschland kommen, nachvollziehen.

Gerade ist Baukmann aus Sendenhorst nach Selm gezogen, da heißt es für sie schon wieder Koffer packen. Denn sie springt als Betreuerin einer Ferienfreizeit der Pfarrei ein und begleitet Kinder und Jugendliche nach Ristedt bei Bremen.

Bildunterschrift:
Anja Baukmann hat ihre Ausbildung in Sendenhorst abgeschlossen und beginnt als neue Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Ludger in Selm.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 11.08.17
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Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle