Ulrike Kröger und Petra Häder haben einen Masterabschluss in
"Wir bleiben auch weiterhin Lernende":
Ulrike Kröger und Petra Häder

"Wir bestärken Menschen, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten." Für Dr. Ulrike Kröger und Petra Häder ist das der Grundsatz ihrer Arbeit in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) in Beckum, Warendorf und Oelde.

Gerade haben die beiden Frauen ihren Master of Counseling in EFL-Beratung gemacht. Diesen zusätzlichen Studiengang bietet das Bistum Münster als Träger der EFL in Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschule an.

Das Leben anderer Menschen ein Stück weit begleiten zu dürfen, das schätzt Petra Häder an ihrer Arbeit. "Ich darf den Ratsuchenden für kurze Zeit eine Stütze sein und sie wie ein Geländer bei den nächsten Schritten der Lösungssuche begleiten, damit ich mich dann auch wieder zurückziehen kann, weil genügend Kompetenzen der Bewältigung vorhanden sind." Die Diplom-Sozialarbeiterin aus Münster, die zuvor beim Jugendamt des Kreises Warendorf tätig war, erfuhr durch Zufall von der Weiterbildung: "Für mich klang das nach einer guten Kombination von Theorie und Praxis, bei der die Rahmenbedingungen für mich einfach passten."

Als Mutter von vier Kindern brachte Häder vier Jahre lang Familie, Arbeit und Lernen unter einen Hut. Auch wenn die Belastung zeitweise hoch gewesen sei, ist die 44-Jährige überzeugt: "Das war der richtige Schritt. Ich habe schnell Feuer gefangen und gemerkt, dass die Beratung ein attraktives Arbeitsfeld für mich ist." Nachdem sie während des Studiums zunächst in der EFL-Beratungsstelle in Münster arbeitete, leitet Häder seit Anfang April die Beratungsstellen in Oelde und Warendorf.

"Wir bleiben auch weiterhin Lernende", ist Ulrike Kröger aus Telgte überzeugt. "Durch jede Person, die kommt, jedes Paar, das Hilfe sucht, lernen wir dazu und niemals aus." In den zurückliegenden Studienjahren sei sie als Beraterpersönlichkeit gewachsen – eine Kompetenz, die die 35-Jährige für besonders wichtig hält: "In der Beratung spielt die Beziehung zwischen Klient und Berater eine große Rolle. Dafür muss man auch als Person verfügbar sein." Der systemische Ansatz der Weiterbildung hat der promovierten Psychologin dabei geholfen: "Man arbeitet nicht nur mit der Person, die vor einem sitzt, sondern bezieht das Lebensumfeld mit ein." Ein Gedanke, den Kröger schon in ihrer vorherigen Tätigkeit in einer Unternehmensberatung als wichtig erfahren hat. Um den sozialen Kontext auch in der EFL-Beratung miteinbeziehen zu können, ließ sie sich, wie ihre Kollegin Häder, zusätzlich zur systemischen Therapeutin ausbilden.

Derzeit befindet sich die zweifache Mutter in Elternzeit, ihre Arbeit in der EFL-Beratungsstelle in Beckum wird sie danach wieder aufnehmen. "Die regelmäßigen Begegnungen mit den anderen Masterabsolventen und den Mentoren werde ich vermissen", ist sie sicher. Auch die monatlichen Wochenenden, aus denen sie mit neuen Inhalten und Anstößen zur Reflexion herausgegangen ist, werden ihr fehlen. "Die Schülerrolle war zuerst ungewohnt, aber es war auch schön, wieder lernen zu dürfen und sich Unterstützung holen zu können." Schon jetzt freut sie sich, in einigen Monaten wieder Menschen begleiten zu dürfen und Veränderungen mitzuerleben. "Viele Klienten besprechen mit mir Dinge, die sie noch mit niemandem besprochen haben. Dieses Vertrauen, das die Ratsuchenden mir entgegenbringen, berührt mich sehr."

Stichwort EFL-Masterstudiengang
Voraussetzungen für die Mitarbeit in den Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen (EFL) des Bistums Münster sind ein abgeschlossenes Studium im psychosozialen Bereich sowie eine vierjährige Weiterbildung in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung nach den bundeseinheitlichen Standards der "Katholischen Bundesarbeitsgemeinschaft Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Telefonseelsorge und Offene Tür e.V." (Kath. BAG e.V.).

Die Kath. BAG e.V. bietet dieses Curriculum seit vielen Jahren auch in Münster an. Seit 2003 erfolgt diese Weiterbildung zusammen mit der Katholischen Hochschule in NRW (KatHo NW), so dass sie gleichzeitig ein Studium darstellt. Entsprechend erlangen die Teilnehmer am Ende zwei Abschlüsse: Zum einen bekommen sie das Weiterbildungszertifikat "Ehe-, Familien- und Lebensberater (Kath. BAG)" verliehen, das zur Mitarbeit in den institutionellen Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen berechtigt. Zum anderen erhalten sie den Master of Counseling "Ehe-, Familien- und Lebensberatung, M.A.".

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.ehefamilieleben.de.

Bildunterschrift: Petra Häder (links) und Dr. Ulrike Kröger haben einen Masterabschluss in Ehe-, Familien- und Lebensberatung.

Text: Bischöfliche Pressestelle / 18.04.17
Kontakt: Pressestelle@bistum-muenster.de
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann