Grundlegende Informationen zum Thema Missbrauch

Statement des Bischofs, Ergebnisse der MHG-Studie, Prävention

Hier finden Sie grundlegende Informationen darüber, wie das Bistum Münster mit dem Thema Sexueller Missbrauch umgeht.

Bischof Dr. Felix Genn

Bischof Dr. Felix Genn

Bischof Dr. Felix Genn im August 2018 zum Thema Missbrauch:

"Wir sprechen im Blick auf die Markenentwicklung in unserem Bistum viel von Vertrauen und Beziehung. Es gibt kein Verhalten, durch das Vertrauen schändlicher zerstört wird als durch sexuellen Missbrauch und dadurch, dass dieses widerwärtige Verbrechen auch von kirchlichen Verantwortlichen zu leicht übergangen und auch vertuscht wurde und wird.

Natürlich ist es gut und wichtig, dass wir uns hierfür bei den Opfern entschuldigen. Bei allem, was wir tun, müssen die Opfer im Mittelpunkt stehen: Was können wir für sie tun? Wie können wir angesichts des unvorstellbaren Leids, das Priester und andere Menschen der Kirche ihnen zugefügt haben, alles uns Mögliche tun, die Verbrecher zur Rechenschaft zu ziehen? Und schließlich: Welche Maßnahmen müssen wir ergreifen, um möglichst zu verhindern, dass es weitere Opfer gibt?

Von daher ist es gut und wichtig, dass wir eine Haltung der Nulltoleranz gegenüber dem Verbrechen des sexuellen Missbrauchs nicht nur formulieren, sondern umsetzen. Natürlich ist es gut und wichtig, dass wir so intensiv wie keine andere Institution in Deutschland Präventionsarbeit betreiben. Natürlich ist es gut und wichtig, dass das Thema „Sexualität“ in der Priesterausbildung eine große Rolle spielt und dass wir Priester haben, die sich ihrer Sexualität bewusst sind. Das alles ist – wie gesagt – gut und wichtig. Wir dürfen aber dabei nicht stehen bleiben.

Papst Franziskus hat zurecht beklagt, dass sexueller Missbrauch in der Kirche durch die Haltung des Klerikalismus begünstigt und gedeckt wird. In der Konsequenz muss das heißen, dass wir uns von einem solchen Klerikalismus verabschieden. Das wird dazu führen, dass Priester und auch Bischöfe in der katholischen Kirche an vielen Stellen Macht und Einfluss abgeben und dass wir zu einem neuen Verhältnis von Laien und Priestern, von Haupt- und Ehrenamtlichen, von Männern und Frauen in der katholischen Kirche kommen müssen. Wie das konkret aussehen wird, kann ich Ihnen heute nicht sagen. Ich bin aber davon überzeugt: Wir brauchen Veränderungen."

Prävention

Augen auf! – Hinsehen und Schützen.

Unter diese Überschrift hat das Bistum seit 2011 seinen Einsatz und die Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt gestellt. Seitdem ist eine Menge geschehen. Zahlreiche Ehren- und Hauptamtliche haben sich in Schulungen intensiv mit dem Thema befasst; eine große Gruppe von Schulungsreferentinnen und -referenten wurde ausgebildet und viele Pfarreien, Verbände und Einrichtungen haben begonnen, Institutionelle Schutzkonzepte zu entwickeln.

Einen ersten Überblick über unsere Anstrengungen im Bereich der Präventionsarbeit gibt es auf dieser Seite. Für weitergehende Informationen empfehlen wir Ihnen die Website www.praevention-im-bistum-muenster.de.