Bischof Genn feiert Osternacht im St.-Paulus-Dom in Münster

Jesus Christus hat ein System aufgemischt, dem das Böse vorkam wie das Normale und in dem das Gute wirkte "wie anormal, nicht von dieser Welt, nicht so ganz passend." Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn in der Feier der Osternacht vom 30. auf den 31. März 2013 im St.-Paulus-Dom in Münster betont.

Der Bischof sagte, dass Jesus Christus einen anderen Weg aufzeige: "Er nennt diejenigen selig, die keine Gewalt anwenden, diejenigen, die ein reines Herz haben, barmherzig sind, Frieden stiften, die darunter leiden, dass das Böse so machtvoll ist und das Unrecht immer wieder siegt, die sich nicht damit abfinden, dass es so sein muss." Dabei gehe Jesus nicht bloß gegen einzelne Personen oder Strukturen vor, sondern vielmehr gegen "die innerste Strukturierung unseres Lebens durch den Kompromiss mit dem Bösen." Der Kern des Dienstes von Jesus bestehe darin, die Schuld der Menschen auf sich zu nehmen und alles zu durchleiden, was daraus an "Kälte, menschenverachtender Machtgier und Gewalt" hervorgehe. Und gerade in der äußersten Situation des Todes erweise sich die ganze Macht Gottes.

"Wir Christen", so betonte der Bischof weiter in Anlehnung an die Dichterin Gabriele Wohmann, "weigern uns, nicht zu hoffen". Wer Jesus kennen gelernt und sich auf ihn eingelassen habe, der lebe aus einer Zuversicht, die trage: "Deshalb wird man Christ, das ist die große Chance."

Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
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