Bischof Genn ruft an Ostern zu Bindung an Jesus Christus auf
Auch unsere christliche Gesellschaft lässt viele Dinge zu, die mit der Botschaft der Auferstehung in Widerspruch stehen. Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn am Ostersonntag, 31. März 2013 im St.-Paulus-Dom in Münster betont. Als Beispiele nannte der Bischof die Abtreibung und auch die Tatsache, dass Lohnarbeiter aus anderen Ländern "nicht einmal eine menschenwürdige Wohnung haben, ausgenutzt und ausgebeutet werden."
Der Bischof griff in seiner Predigt das Motto "Anschnallen nicht vergessen" auf, das auf Plakaten an Autobahnen für das Anlegen des Gurtes wirbt und erläuterte, was es im Blick auf die Botschaft von Ostern bedeute: "Anschnallen an den, der aus dem Tod ins Leben übergegangen ist und deshalb die Maßstäbe anders setzt, eigentlich so, wie sie sein sollten und nicht wie finstere Mächte es wollen." Jesus, so sagte der Bischof, mische eine Spaßgesellschaft auf und die Bindung an Jesus schütze die menschliche Würde: "Er lässt die bohrenden Fragen des Gewissens zu, räumt das Böse weg wie alten Sauerteig. Dann leben wir nicht mehr nach der Devise, alles tun zu können, uns aber nur nicht erwischen zu lassen."
Ostern, so betonte der Bischof weiter, rufe die Menschen tatsächlich dazu auf, sich an Jesus anzuschnallen und das nicht zu vergessen. Wer das tue, könne hoffen, falle nicht ins Nichts, nicht ins Bodenlose. Wer sich so an Christus ‚anschnalle’, werde die Antworten finden, ganz gleich, wie die Fragen sind. Bischof Genn: "Vor keiner Frage braucht ein Christ Angst zu haben. Mit jeder Frage kann er Jesus konfrontieren, sie mit ihm durchkauen, durchdenken, durcharbeiten. Dabei kann es mitunter sehr sperrig werden; denn an einen Auferstandenen zu glauben, ist nicht gerade das Naheliegende." Die Bindung an Jesus Christus führt für den Bischof den Lebensweg der Menschen aber nicht in die Irre, sondern auf ein Ziel zu, das ihnen einmal offenbaren wird: "Es war gut, sich durch nichts irritieren und blenden zu lassen und den Blick auf ihn gerichtet zu halten. Es war gut, das Anschnallen an Christus nicht zu vergessen."
Text/Foto: Bischöfliche Pressestelle
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