
Sabine Kamps als Clownin.
Organisiert wurde der Gottesdienst von Dr. Gisela Matthiae. Über die Domschule in Würzburg bestand die Möglichkeit, sich als Clown für den Gottesdienst zu melden. Die 56-Jährige kannte Matthiae von früheren Begegnungen und fühlte sich gleich angesprochen. Im Vorfeld des Katholikentags gab es über vier Tage ein Vorbereitungstreffen, in denen der Gottesdienst ausgearbeitet wurde. Dabei haben sich die Clowns viel einfallen lassen.
Statt Fürbitten gab es beispielsweise ein Zeitungstheater. Die Clowns zeigten ihr Erstaunen, ihr Erschrecken – einfach, wie sehr sie die Nachrichten bewegen. „Es geht darum, die Menschen mitzunehmen“, sagt Kamps. Da darf auch gelacht werden. „Wir wollen auf humorvolle Art darstellen, was sonst durch Worte ausgedrückt wird.“ Ganz nach dem Motto des Katholikentags „Hab Mut, steh auf“ setzten sich die Clowns auch mit Mut auseinander. Mutlose fanden zueinander und schöpften dadurch Mut. Die Übermütigen zeigten ihren Übermut durch Kunststücke auf einer Leiter.
Die Predigt zum Thema „Gefunden und aufgehoben werden“, wurde ebenso durch unterschiedliche Szenen dargestellt - Marktszene, Schatzsuche, Tanz - und endete schließlich in einem bunten gemeinsamen Orchester. So wurde in diesem Gottesdienst auch lachend gesungen.
Vor gut neun Jahren besuchte Kamps ihr erstes Clownseminar. „Ich habe festgestellt, dass es mir Freude macht, Menschen auf diese Art zu begegnen“, sagt sie. Als Clown habe man eine große Freiheit und könne den Menschen einen Raum anbieten, sich Dinge zuzutrauen, die sie sonst nicht machen. Bei ihrer Arbeit im Seniorenheim und im Hospiz erlebt sie, dass sie die Menschen für einen Moment aus ihrer Beschwerlichkeit und der Begrenztheit durch die Krankheit herausholen kann.
Der Glaube spielt für Kamps bei der Arbeit als Clownin eine große Rolle. Das Gebet vor Auftritten spendet ihr Kraft und stärkt ihr Vertrauen mutig und offen auf die Menschen zuzugehen.
Lara Bergjohann
