Frieden machen

, Stadtdekanat Münster

Eine Friedensausstellung in der Friedensschule: „Was könnte passender sein“, freut sich Sibel Özdemir von der Bundeszentrale für politische Bildung aus Berlin. Sie ist am 26. April in die Schule des Bistums Münster gekommen, um an der Eröffnung der Wanderausstellung „Frieden machen“ teilzunehmen. Passend zum Leitwort des Katholikentages „Suche Frieden“ werden Schülerinnen und Schüler durch Fragen, Texte, Spiele und einen Kurzfilm angeregt, sich mit dem Thema Frieden auseinanderzusetzen.

Vertreter der Schule, der Schülerschaft und des Bistums bei der Ausstellungseröffnung

Sibel Özdemir (links), Schulleiter Ulrich Bertram, Regina Jacobs (Mitte) und die Schülerinnen und Schüler der Friedensschule in Münster freuen sich über den Start der interaktiven Ausstellung „Frieden machen“.

© Bistum Münster

Eingreifen oder nicht? Mit oder ohne Waffen? Was ist Frieden? Diese und andere Fragen hängen in großen Lettern von der Decke der Aula und weisen auf sieben Stationen hin. „In vielen Krisenregionen arbeitet heute neben internationalen Truppen eine Vielzahl von zivilen Fachkräften mit dem Ziel, dauerhaft Frieden zu schaffen“, erklärt Özdemir. Sei es früher der Krieg zwischen Staaten gewesen, bekämpften sich heute häufiger Parteien innerhalb eines Staates. Die Ausstellung informiert über die komplexe Situation in Krisengebieten.

An mehreren Stationen gibt es Spiele, bei denen die Besucher im Team beispielsweise eine Stadt nach dem Krieg wiederaufbauen müssen. Auch kurze Interviews sind Teil der Ausstellung. Sie geben Einblicke in die Sicht von Kriegsbetroffenen, Außenstehenden, die sich um Opfer kümmern und sich für Frieden einsetzen. Auch Soldaten kommen zu Wort, die in Kriegsgebieten im Einsatz waren. 

Die Schüler der elften und zwölften Jahrgangsstufe haben die Friedensthematik bereits im Religions- und Politikunterricht aufgegriffen und die Ausstellung besucht. „Neue Denkanstöße“ und die Erkenntnis, „wie vielfältig Frieden ist“, nehmen sie mit. „An vielen Stationen kann man selbst aktiv werden, das hat mich bestärkt, in Konfliktsituationen einzugreifen“, berichtet Franziska (16). Luisa hat spätestens bei der Musikstation einen Zugang zum Thema gefunden: „Wenn man genau hinhört, gibt es viele Songs, in denen Frieden eine Rolle spielt“, sagt die 18-Jährige.

Regina Jacobs von der Schulabteilung des Bistums freut sich, dass mit Blick auf den bevor-stehenden Katholikentag jugendliche und erwachsene Besucher etwas über die „Chancen und Herausforderungen von Konfliktbewältigung und Friedensarbeit“ erfahren. Der politische und gesellschaftliche Aspekt des Themas werde interaktiv aufbereitet, sagt Jacobs und motiviert dazu, die Ausstellung zu besuchen, denn: „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit.“ Diesen Gedanken hebt auch Schulleiter Ulrich Bertram hervor: „An einem friedlichen Miteinander von Menschen, ob in der Schule oder in einem Staat, muss immer wieder gemeinsam gearbeitet werden.“ 

Bis zum Ende des kirchlichen Großereignisses in Münster am Sonntag, 13. Mai, kann die Ausstellung in der Friedensschule besichtigt werden. 

Ann-Christin Ladermann