Nikolaus Groß war Bergmann, Gewerkschaftssekretär und Chefredakteur der Westdeutschen Arbeiterzeitung und der Kettelerwacht. Der Vater von sieben Kindern wurde wegen seines Widerstands gegen Hitler aus christlicher Glaubensüberzeugung am 23. Januar 1945 (Berlin-Plötzensee) durch den Strang hingerichtet. Keinem der Widerstandskämpfer konnte ein christliches Grab bereitet werden. Die Gebeine der Ermordeten wurden verbrannt, die Asche über Felder verstreut.
Das diesjährige Licht von Xanten wird im 39. Gottesdienst seit 1988 an Frau Anne Prior – stellvertretend für Stolperstein e.V. aus den Diözesen Münster und Essen – übergeben. Jährlich wird das Xantener Licht in Form einer eigens gefertigten Kerze und einer Auszeichnung überreicht. Anne Prior hat seit langer Zeit in besonderer Weise für die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Dinslaken gearbeitet. Sie hat sich zudem um die Verständigung von Kulturen und Religionen weit über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus verdient gemacht. Im Anschluss an den Gottesdienst laden die KAB-Verbände und der für die Feiern verantwortliche Arbeitskreis Nikolaus Groß zum Gesprächsaustausch in den Kapitelsaal des Xantener Doms und zum anschließenden Imbiss ein.
Die Sorge ist heute stärker denn je, dass aus der damaligen Zeit des Nationalsozialismus nichts gelernt wurde. Neu aufkommender Nationalsozialismus, Fremdenfeindlichkeit und Hass kennzeichnen zurzeit einen Veränderungsprozess in unserer Gesellschaft. Wir sehen unsere Demokratie gefährdet und haben Sorge vor einem Erstarken demokratiefeindlicher Gruppierungen. Von daher ist der Gottesdienst nicht nur Gedenken an die vielen Märtyrer der damaligen Zeit, sondern auch Mahnung, dass sich diese Zeit nicht wiederholen darf.
Text: Ulrich Wilmes
