Gedenkfeier für verstorbene Kinder

, Stadtdekanat Münster

Das Trauernetz Münster lädt zu einer Gedenkfeier für verstorbene Kinder im Haus der Familie ein. Die Veranstaltung findet am Sonntag, 8. Dezember, um 15.30 Uhr im Haus der Familie in Münster, Krummer Timpen 42, statt.

Die Mitglieder des Trauernetzes Münster laden zur Gedenkfeier für verstorbene Kinder ein. (von links): Achim Wasserfuhr (Johannes-Hospiz Münster), Christopher Luig (Sternenland Telgte), Edith Thier (Leiterin Haus der Familie) und Norbert Mucksch (Trauerbegleiter)

© Bistum Münster

„Die Gedenkfeier ist offen für alle, es kommen auch Menschen die ihr Kind vor etlichen Jahren verloren haben“, sagt Edith Thier, Leiterin der Einrichtung. „Im vergangenen Jahr kam beispielsweise eine ältere Dame, die ihr Kind in der Nachkriegszeit verloren hat und ihrer Tochter noch einmal gedenken wollte“, ergänzt Trauerbegleiter Norbert Mucksch. Zu der Gedenkfeier sind verwaiste Eltern ebenso eingeladen wie trauernde Geschwister, Freunde der Verstorbenen und alle Menschen, die an der Gedenkfeier teilnehmen möchten. 

Zu Beginn der Veranstaltung wird für jedes Kind eine Kerze entzündet. Die Gedenkfeier findet statt am „Worldwide Candle Lightning“, das ist der zweite Sonntag im Dezember, an dem weltweit Kerzen für verstorbene Kinder entzündet werden. „Wer mitmachen möchte, kann um 19 Uhr zu Hause eine Kerze ins Fenster stellen. Durch die Zeitverschiebung geht das Licht dann einmal um die Welt“, sagt Thier. Im Anschluss an die Gedenkfeier können die Menschen mit anderen Betroffenen oder Mitgliedern des Trauernetzes ins Gespräch kommen. „Die Menschen fühlen sich dabei schnell miteinander vertraut, da sie jeweils die Situation kennen“, sagt Achim Wasserfuhr vom Johannis-Hospiz Münster. 

Die Veranstalter bitten um vorherige Anmeldung bis Montag, 2. Dezember, telefonisch unter 0251-418660 oder per Mail an fbs-muenster@bistum-muenster.de. 

Die Gedenkfeier ist nur eines von vielen Angeboten des Trauernetzes Münster, das einen neuen Flyer mit verschiedenen Gesprächsgruppen, Trauercafés oder Aktivitäten wie Wandern und Kochen erstellt hat. Das Trauernetz ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher Träger und Einrichtungen, die Menschen in ihrer Trauer begleiten. „Häufig haben Trauernde nur einmal die Kraft, um sich zu melden und Unterstützung zu holen und wir können dann aufeinander verweisen“, erklärt Thier. Das Thema Trauer sei aus der Tabuzone herausgekommen. „Jahrzehntelang gab es quasi keine öffentlich Trauer, aber jetzt trauen sich die Menschen, zu trauern. Die Anfragen werden mehr und die Leute kommen raus“, sagt Christopher Luig von Sternenland Telgte, dem Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche.  

Tina Moorkamp