© Karola Wiedemann

Gemeindewochenende der Pfarrei Seliger Niels Stensen auf der Jugendburg

, Bistum Münster, Kreisdekanat Borken

Eine echte Burg, über 100 fröhliche kleine und große, junge und ältere Leute musizieren, singen, spielen, malen, toben, basteln, werkeln und lassen die Seele baumeln. Sie genießen eine Auszeit vom Alltag, erleben die Natur bei einer Nachtwanderung, drehen einen Film, entwickeln Visionen für eine bessere Welt und schmieden Pläne für die Zukunft. Sie diskutieren ernste Themen, lernen Neues und erfahren mit vertrauten Gesichtern Gemeinschaft. – Die Pfarrei Seliger Niels Stensen hatte sich am vergangenen Wochenende mit Pfarrer Peter Kossen auf der Jugendburg Gemen in Borken einquartiert. Mit Thomas Kamp-Deister, Referent für Schöpfungsbewahrung beim Bistum Münster, beschäftigten sie sich mit Klimagerechtigkeit und der Wasserversorgung weltweit.

Noch mehr Engagement für die Schöpfung

Unter dem Thema „Mit Genuss und Verstand – nachhaltig essen“ machten sich die Gemeindemitglieder Gedanken, wie weniger Fleisch möglich ist, um Gesundheit und Klima zu schonen, Massentierhaltung und die Versklavung von Fleischzerlegern in Schlachtbetrieben zu beenden und eine Ernährung der Menschheit zu ermöglichen. Sie waren sich einig, dass mit positivem Verzicht mehr Genuss einhergeht, beispielsweise indem Fleisch seltener, Erdbeeren nur in der Erdbeerzeit und Grünkohl nur dann, wenn er Saison hat, auf den Tisch kommen. Unter dem Thema „Schwamm drüber“ lernten sie einfache Anleitungen und Rezepte für ökologisches Reinigen mit wenig Chemie und Geld kennen.

Die Jugendlichen wagten in ihrem Workshop einen Perspektivenwechsel. Sie versetzten sich in die Rolle einer Entwicklungshelferin aus dem Kongo. Ihre Antworten auf die Frage, was die Entwicklungshelferin vermitteln möchte: weniger Plastik und Müll produzieren, weniger Gift einsetzen, weniger Lebensmittel verschwenden, weniger Strom verbrauchen, weniger Atom- und Kohlekraftwerke unterstützen, und stattdessen Windenergie und andere erneuerbare Energien fördern, mehr mit Fahrrad und Bahn fahren und günstigeren oder kostenlosen Öffentlichen Personennahverkehr, ÖPNV, anbieten. Die Jugendlichen sorgten sich vor Kriegen um Ressourcen, vor Vermüllung, vor zunehmenden Naturkatastrophen und Fluchtgründen und, dass das Essen durch Klimawandel und Artensterben knapp werden könnte. Sie plädierten für mehr Bio, mehr Fairtrade und mehr Secondhand und für Steuern auf Flüge, Kreuzfahrten, Plastik und CO2. Und sie wollen noch mehr Demos für Klimaschutz. Denn für sie bedeute gutes Leben, dass es auch den anderen gut gehe, dass die Welt ohne Kriege, Hunger, Armut und gerechter sei und, dass sie einander helfen könnten, waren sich die Jugendlichen einig.

So ging es beim Gemeindewochenende vor allem um die Bewahrung der Schöpfung und wie sich die Pfarrei noch mehr ökofair ausrichten kann. Ausgangspunkt dafür war die Entscheidung, nach der Auszeichnung auf Level 1 zur „Ökofairen Gemeinde“ im vergangenen Jahr jetzt die Zertifizierung nach Level 2 des Umweltmanagementsystems „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ zu erklimmen.

Mehr Informationen zur Initiative „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften“ gibt es unter www.bistum-muenster.de/zukunft_einkaufen.