
Das Logo des neuen Museums "PAULUS" und das Pauluskopf-Reliquiar.
© Reliquiar: Stephan KubeBei Dompropst Hans-Bernd Köppen ist die Vorfreude auf die Eröffnung bereits groß, „auch wenn in den kommenden Monaten noch sehr viel zu tun ist“. Er erläutert, dass man sich bewusst für den Standort mitten in der Stadt entschieden habe. „Wir möchten zeigen, dass Kirche mitten in der Welt steht und dass wir gerne in den Dialog mit der heutigen Zeit treten.“ Statt auf früher rund 750 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden Teile des Domschatzes künftig auf 400 Quadratmetern Platz finden. „Die Ausstellung wird sich immer wieder verändern, weil wir themenorientiert arbeiten werden. Es geht uns nicht darum, möglichst viel zu zeigen, sondern einen Ort zu haben, der Impulse gibt“, sagt Köppen. Die Ausstellung wird über zwei Stockwerke gehen. Zusätzlich gibt es Räume für museumspädagogische Angebote und Büros. Auch sechs Wohnungen wird es in dem Gebäude geben.
Die Pläne für das PAULUS wurden entwickelt vom Architekturbüro „P / E / P Architekten + Stadtplaner GmbH“ um dessen Geschäftsführenden Gesellschafter, den Architekten Jörg Preckel. Mit Begeisterung schwärmt er von dem neuen Museum als „eine der Pralinen unseres Berufs“. Und wie der Dompropst ist auch er sich sicher: „Der Domschatz gehört mitten ins Volk.“ Mit dem PAULUS werde „eine moderne Interpretation des historischen Stadtbildes geschaffen“.
Der Eingang durch das neu errichtete steinernes Torhaus am Alten Steinweg führt die Besucherinnen und Besucher zunächst in einen Innenhof. Von dort aus gelangen sie ins Innere des Museums. Bauherr des Gebäudes, in dem das PAULUS seinen Platz finden wird, ist die kunstinteressierte münstersche Kaufmannsfamilie Lohmann. Finanziert werden der Bau und Betrieb des Museums aus Kirchensteuermitteln, aus Stiftungsgeldern sowie über einen Förderverein.
Das wohl bedeutendste Exponat des münsterschen Domschatzes ist ein goldenes Pauluskopf-Reliquiar aus dem 3. Viertel des 11. Jahrhunderts. Bei dieser Darstellung des Dompatrons, dem hl. Paulus, handelt es sich um das älteste erhaltene christliche Büstenreliquiar Europas. Weitere bedeutende Kunstschätze des Domschatzes sind etwa ein goldenes Reliquienkreuz (um 1090), eine Reliquienstatuette der heiligen Agnes (16. Jahrhundert) sowie wertvolle Messgewänder und liturgische Geräte.
Weitere Informationen: PAULUSMUSEUM



