
Die Gruppe „Ökofaire Pfarrei": (von links) Peter Möllmann, Theresia Iding, Klaus Brücks, Ansgar Pappenheim, Markus Leson.
© Pfarrei Liebfrauen BocholtErstmals wurde das Thema im Pfarreirat aufgegriffen. Nach einem gemeinsamen Workshop der beiden Gremien unter Leitung von Thomas Kamp-Deister vom damaligen vom Referat Schöpfungsbewahrung im Bistum Münster fiel die Entscheidung, das Projekt in der Pfarrei umzusetzen und zunächst den Einstieg in Level 1 der Zertifizierung anzustreben.
Die Motivation hinter dem Projekt ist klar: „Der Mensch hat durch sein Verhalten die Umwelt stark belastet“, schreibt die Kirchengemeinde in einer Erklärung. Sie sieht sich in der Verantwortung, durch nachhaltiges Handeln einen positiven Beitrag zu leisten – etwa durch ökologisch verantwortungsvollen Einkauf, die Nutzung fair gehandelter Produkte und eine konsequente Vorbildfunktion innerhalb der Gesellschaft.
Workshops im „World Café“-Format
Seit 2024 begleitet und organisiert die Arbeitsgruppe verschiedene Maßnahmen. Im Oktober 2024 fanden zwei partizipative Workshops im „World Café“-Format statt – einer mit hauptamtlichen Mitarbeitenden wie den Angestellten des Pfarrbüros, der Kitas und den Küstern, der andere mit Ehrenamtlichen aus Chören und Ortsausschüssen. Aus diesen Treffen gingen mehr als 120 Ideen hervor, die nun in die weitere Planung einfließen und zu konkreten Maßnahmen ausgearbeitet werden.
Schon jetzt zeigen sich erste Ergebnisse: Seit dem 1. Januar 2024 bezieht die Pfarrei Liebfrauen ihren Strom zu 100 Prozent aus Wasserkraft der Bocholter Stadtwerke. Auch im alltäglichen Betrieb achtet die Gemeinde auf Nachhaltigkeit: Getränke im Pfarrbüro und Pfarrsaal stammen ausschließlich von regionalen, nicht konzerngebundenen Anbietern und werden in Mehrweg-Glasflaschen angeboten. Die Pfarrnachrichten „miteinander“ erscheinen nur noch auf Umweltpapier – eine Umstellung, die rund 60.000 Blatt Frischfaserpapier pro Jahr einspart.
Energieverbrauch nachhaltig gesenkt
Zudem werden Reinigungsmittel für die kirchlichen Einrichtungen über einen lokalen Anbieter bezogen und in größeren Gebinden geliefert. Auch im Energiebereich konnte bereits viel erreicht werden: Der Verbrauch in der Liebfrauenkirche wurde nachhaltig gesenkt, und in mehreren Räumen wird die Heizung inzwischen bedarfsorientiert gesteuert – mithilfe eines digitalen Belegungskalenders, der automatisch den Heizbedarf regelt. Weitere Räume sollen folgen.
Ein weiteres Beispiel für das Engagement ist der neue mechanische Grablichtautomat auf dem Friedhof in Barlo. Die dort angebotenen Kerzen bestehen aus Rapswachs, werden von Menschen mit Handicap hergestellt und von den Werkstätten „Büngern Technik“ gewartet und befüllt. Darüber hinaus beteiligt sich die Gemeinde seit vielen Jahren aktiv an der Aktion „Stadtradeln“, um ein Zeichen für umweltfreundliche Mobilität zu setzen.
Mit dem Projekt „ökofaire Pfarrei“ möchte die Kirchengemeinde Liebfrauen zeigen, „dass Kirche aktiv und glaubwürdig zur Bewahrung der Schöpfung beitragen kann – verantwortungsvoll, transparent und gemeinsam mit allen Beteiligten.“
Pfarrei Liebfrauen Bocholt
