Aufgewachsen ist Manuela Ohmann in Forst (Lausitz) in Brandenburg in der ehemaligen DDR. Durch die fehlende Initiative der evangelischen Eltern wurde sie nicht getauft. Trotzdem sei ihr die evangelische Kirche nie fremd gewesen. Oft begleitete sie eine Nachbarin zum Gottesdienst. Mit zwölf Jahren erlebte sie die Wende, absolvierte später eine Ausbildung zur Floristin in Bayern und kehrte danach in die Heimat zurück. „Doch nach der Wende war es schwierig, Arbeit zu finden“, erinnert sie sich. Schließlich zog die Familie nach Nordrhein‑Westfalen in den Kreis Steinfurt, und sie ging mit.
Seit rund 20 Jahren lebt Manuela Ohmann nun zusammen mit ihrem Mann Alexander in Olfen. 2012 wurde das Paar in einem Wortgottesdienst von Freund Stephan Börger getraut, der sich als Diakon in St. Vitus engagiert. Auch wenn sie sich über die Jahre in die Gemeinde eingebracht hat, blieb bei ihr immer das Gefühl, „irgendwie außen vor“ zu sein – besonders deutlich während der Erstkommunion ihres Sohnes, als sie in der Bank sitzen blieb und nicht mit zum Empfang der Kommunion nach vorne gehen konnte.
Dabei gehört der Glaube längst zu ihrem Alltag. Sie besucht regelmäßig die Gottesdienste und ist im Altenbesuchskreis aktiv. Trotzdem blieb dieser kleine Abstand zur Gemeinschaft bestehen – bis sie sich entschied, sich taufen zu lassen. In den vergangenen Monaten hat sie sich gemeinsam mit Pfarrer Ulrich Franke intensiv vorbereitet. Sie sprachen über das Glaubensbekenntnis, über den Aufbau der Messe und darüber, welche Bedeutung die Texte im Gottesdienst haben. „Pfarrer Franke hat ein großes Wissen. Er hat mir so viel Hintergrund vermittelt“, sagt sie dankbar. Ihre Vorbereitung auf die eigene Erstkommunion hat sie mit dem früheren Vorbereitungsbuch ihres Mannes ergänzt. Der ist in verschiedenen Feldern der Gemeinde aktiv und im November in den Kirchenvorstand gewählt worden. Ihr zwölfjähriger Sohn singt seit sechs Jahren im Kinder‑ und Jugendchor und fühlt sich in der Gemeinschaft sehr wohl. Für die Familie ist St. Vitus längst ein Stück Heimat geworden.
Dass sie nun selbst getauft wird, ist für Manuela Ohmann ein entscheidender Schritt. „Ich möchte mich auch weiter engagieren, denn St. Vitus ist eine lebendige Gemeinde. Mal sehen, wo ich vielleicht noch unterstützen kann“, sagt sie. Besonders groß ist ihre Vorfreude auf den Ostersonntag. Um 10.30 Uhr wird im Gottesdienst ihre Taufe gefeiert. Eltern und Freunde werden da sein, ihre Schwägerin reist extra aus Oslo an und wird ihre Patin, der beste Freund ihres Mannes übernimmt das Patenamt ebenfalls. „Und mein Sohn freut sich schon darauf, dass wir dann gemeinsam zur Kommunion nach vorne gehen können.“
Für Manuela Ohmann ist das Osterfest in diesem Jahr ein sehr persönliches. „Dann gehöre ich wie die anderen auch zur Gemeinschaft und kann wie selbstverständlich sagen: Ja, ich bin katholisch“, sagt sie – und man spürt, wie viel ihr dieser Satz bedeutet.
Michaela Kiepe

