
Mit seinem Team ermöglicht Marcus Emte (rechts) allen Helfenden eine Verschnaufpause.
© Bistum MünsterNoch ist es früher Vormittag im Helfendencafé des Katholikentags in Würzburg. Ein einzelner Helfer, wie sie in diesen Tagen zu Hunderten im Stadtgebiet zu sehen und an den hellblauen Schals gut zu erkennen sind, hat sich mit suchendem Blick im Café eingefunden, fragt nach einem Kaffee. Offiziell ist noch geschlossen – einen Kaffee bekommt der Ehrenamtliche trotzdem, und auch Laugenbrezeln sind schon vorrätig. Dafür und dafür, dass alle Katholikentags-Helfenden hier zwischen und nach ihren Einsätzen einen Rückzugsort finden, sorgt Markus Emte mit seinem siebenköpfigen Team.
Der Münsteraner engagiert sich, natürlich ebenfalls ehrenamtlich, als Leiter des Helfendencafés. Schon beim vorigen Katholikentag in Erfurt war er dabei, damals in der Helfendenzentrale. Diesmal ist er verantwortlich für die Absprachen der Schichten im Café, den Ablauf und die Beschaffung. „Das macht mir einfach Spaß und ist für fünf Tage eine tolle Abwechslung zum Berufsleben“, sagt der Zollbeamte.
Dank seiner Arbeit und der seiner Mitstreiter im Alter zwischen 23 und 57 Jahren können die Katholikentagshelfenden in den Räumlichkeiten an der Bribastraße täglich von 10 bis 21 Uhr essen, trinken, ihr Handy aufladen, einfach durchschnaufen. „Gestern hat hier einer eine Viertelstunde ein Nickerchen auf der Bank gemacht“, berichtet Emte. Er schätze die vielen guten Gespräche, die sich im Café ergeben, und freue sich über die gute Resonanz – auch, wenn die dafür sorgte, dass gleich am ersten Tag der Erdbeerkuchen schon früh aus war.
Etwa sechs Stunden am Tag ist der 57-Jährige im Einsatz. So bleibt ihm Zeit, selbst noch ein wenig vom Katholikentagsprogramm und -flair mitzubekommen. Besonders genossen habe er den Abend der Begegnung am Eröffnungstag: „Die Menschen waren alle so freundlich miteinander, es war so eine gelöste Stimmung, und die Mischung aus regionaler Musik und regionalen Spezialitäten an den Ständen war genau passend für den ersten Tag“, erinnert er sich. In der verbleibenden Zeit freut er sich noch auf weitere Konzerte, die er gern besuchen möchte.
Sein Schwerpunkt indes ist und bleibt das Café. Dort ist Emte in seiner selbstgestalteten Schürze und der gehäkelten Mütze auch den Ordensfrauen aus dem benachbarten Mutterhaus der Kongregation der Schwestern des Erlösers längst bekannt. Freundlich erwidert er den Morgengruß, den eine der Schwestern ihm über den Hof zuruft, während unmittelbar neben ihm Getränkekisten angeliefert werden. „Die Schwestern sind sehr freundlich und freuen sich über das Leben, das unser Café mit sich bringt“, sagt er.
Noch bis Sonntag wird dieses Leben hier bleiben. Bevor Emte Sonntagmittag abreist, werden sein Team und er noch eine Extraschicht einlegen. „Am Samstag haben wir länger auf, damit sich auch diejenigen noch stärken können, die beim Abbau helfen“, kündigt er an. Und bindet für die nächste Aufgabe seine Schürze fester zu.
Anke Lucht
