Marko Weibels ist neuer Pastoralreferent in St. Matthäus Dorsten

, Kreisdekanat Recklinghausen

„Es gibt immer einen Anlass, zusammenzukommen.“ Wenn Marko Weibels über Gottesdienste spricht, geht es ihm nicht zuerst um Abläufe oder Programme. Es geht um Begegnungen. Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, Gemeinschaft zu ermöglichen und sie mit Gott in Berührung zu bringen, das zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben. Seit kurzem tut er das als Pastoralreferent im Pastoralen Raum Dorsten-Kirchhellen mit dem Schwerpunkt in der Pfarrei St. Matthäus. Dort begleitet der 52-Jährige die Menschen in Wulfen, Deuten und Barkenberg. Am 27. September wird er zusammen mit 15 weiteren Pastoralreferentinnen und -referenten im münsterschen St.-Paulus-Dom von Bischof Dr. Heiner Wilmer offiziell für seinen Dienst beauftragt.

Porträt von Marko Weibels

Marko Weibels ist als Pastoralreferent im Pastoralen Raum Dorsten-Kirchhellen mit dem Schwerpunkt St. Matthäus gestartet. Am 27. September wird er offiziell in Münster beauftragt.

© Bistum Münster

Beziehungen spielen für Weibels nicht nur beruflich eine zentrale Rolle. Sie haben auch seinen eigenen Lebensweg geprägt. Er absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann im Bereich Innenarchitektur und Antiquitäten und studierte ab 2003 Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster. „Ich wollte Priester werden, aber ich habe mich verliebt“, erzählt er offen. Sein Leben nahm eine andere Richtung. Statt ins Priesterseminar führte ihn sein Weg zunächst in den Sozialen Dienst eines Altenheims, später viele Jahre als Kirchenmusiker und Wallfahrtsküster an den Annaberg in Haltern und anschließend in die Pfarrei Heilige Edith Stein in Marl. 

Der Kirche blieb der Diplom-Theologe immer verbunden. Musik wurde für ihn zu einer besonderen Form der Begegnung. Schon als 13-Jähriger saß der gebürtige Ostwestfale als Autodidakt an der Orgel. Später machte er sein Hobby zum Beruf. Bis heute erlebt er Musik und Liturgie als Wege, Menschen anzusprechen und miteinander zu verbinden. „Die Menschen mit Gott in Berührung zu bringen, daran habe ich Freude“, sagt er.

Dass er heute als Pastoralreferent arbeiten kann, verdankt er auch einer Entwicklung im Bistum Münster. Als verpartnerten Menschen 2023 der Zugang zu pastoralen Berufen ermöglicht wurde, begann er direkt die Ausbildung. „Unser emeritierter Bischof Felix Genn war sehr offen und das Bistum Münster ein Vorreiter. Bis heute ist das längst noch nicht in allen Bistümern möglich“, sagt Weibels, der seit fast 20 Jahren in Lippramsdorf lebt.

Während der Assistenzzeit in der Pfarrei St. Paulus in Dorsten-Hervest entdeckte er weitere Seiten pastoraler Arbeit. Besonders die Begegnung mit jungen Menschen begeisterte ihn. „Während der Talenttage an der Ursula-Realschule in Dorsten habe ich wieder Freude daran gefunden, mit Jugendlichen zu arbeiten.“ Dabei hilft ihm vielleicht auch seine eigene Glaubensgeschichte. Weibels wurde evangelisch erzogen und entschied sich erst als junger Erwachsener zum Übertritt in die katholische Kirche.

Menschen auf ihrem persönlichen Weg zu begleiten, gehört zu seinen besonderen Anliegen. Gerne gestaltet er Einkehr- und Besinnungstage und arbeitet dabei mit den Erfahrungen der Teilnehmenden. „Oft geht es um die Frage: Wer bin ich? Es macht mir Freude, Erfahrungen bei den Menschen herauszukitzeln und auch mal zu provozieren“, sagt er.

Begleitung bedeutet für ihn aber auch, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zur Seite zu stehen. Während seiner Arbeit im Altenheim absolvierte er eine Palliativausbildung. Die Erfahrungen von Krankheit, Sterben und Abschied prägen ihn bis heute. „Der Umgang mit sterbenden Menschen und ihren Angehörigen ist mir mitgegeben. Da spüre ich meine innere Berufung.“ Auch in Trauergesprächen gehe es um Beziehung, Zuhören und Vertrauen. 

Wichtig ist ihm außerdem, Menschen Verantwortung zuzutrauen. Während seiner Zeit in Hervest habe er gelernt, Aufgaben nicht allein tragen zu müssen. „Es gab immer Menschen, die Lust haben, sich zu engagieren. Aber wir dürfen sie nicht vergrellen“, sagt er. Kirche der Zukunft entstehe dort, wo Menschen ihre Talente einbringen können. Für Weibels muss deshalb auch die Liturgie nah am Leben der Menschen sein. „Sie muss mit ihrem Alltag zu tun haben. Dafür braucht es Beziehungen.“ Familien möchte er dabei besonders im Blick behalten. Marko Weibels ist angekommen: nah bei den Menschen, wo Begegnung möglich wird.

Text: Michaela Kiepe / Foto: Achim Pohl