Pastoralassistent Jan Diekmann aus Lengerich gestaltet Verkündigungsbeiträge

, Kreisdekanat Steinfurt

Es ist ein ungewohnter Ort für Verkündigung: kein Kirchenraum, kein Ambo, keine Gemeinde vor ihm – sondern ein Radiostudio. Ab Montag, 24. August, ist Jan Diekmann dort regelmäßig zu hören. Der Pastoralassistent der Pfarrei Seliger Niels Stensen in Lengerich gehört künftig zu den Sprecherinnen und Sprechern der Verkündigungsbeiträge für das Bistum Münster in den Radio-Programmen WDR 3 (7.50 Uhr) und WDR 5 (6.55 Uhr).

Pastoralassistent Jan Diekmann aus Lengerich gehört künftig zu den Sprecherinnen und Sprechern der Verkündigungsbeiträge für das Bistum Münster in den Radio-Programmen WDR 3 und WDR 5.

© Pfarrei Sel. Niels Stensen Lengerich

Diekmann reizt an der Radioverkündigung vor allem eines: „Radio erreicht Menschen in ihrem ganz normalen Alltag und eröffnet dadurch ganz andere Berührungspunkte.“ Vielleicht sitzen die Hörenden gerade im Auto, machen Frühstück oder sind auf dem Weg zur Arbeit. Manche haben mit Kirche viel zu tun, andere kaum oder gar nicht. Gerade diese Menschen möchte der 35-Jährige erreichen.

In der Kirchengemeinde schnuppert Diekmann derzeit im Rahmen seiner Ausbildung zum Pastoralreferenten in viele Seelsorgefelder hinein. „Verkündigung ist ein Schwerpunkt, in dem ich mich ausprobieren darf – vom Radiobeitrag bis zur klassischen Ansprache“, sagt er. Darüber hinaus leitet er Wortgottesfeiern und arbeitet in der Firmvorbereitung mit. Im Oktober wird er außerdem mit einer Gruppe junger Menschen nach Rom fahren. 
„Ich möchte von der frohen Botschaft erzählen, aber auch von einer Haltung, von der ich glaube, dass Jesus sie heute selbst vertreten würde“, sagt der Pastoralassistent mit Blick auf die Radioverkündigung. Für ihn gehört beides zusammen: der Glaube und die Frage, was er für das Leben der Menschen und für das Zusammenleben in der Gesellschaft bedeutet.

Landtagswahlen und eine Pilgerreise nach Assisi

Die Themen dafür liegen für Diekmann oft direkt vor der eigenen Haustür. In seinen ersten Beiträgen geht es unter anderem um berufliche Inhalte, die Landtagswahlen und eine Pilgerreise nach Assisi, die er im September unternehmen wird. Daneben beschäftigen ihn grundlegende Fragen: Wie gehen Menschen miteinander um? Wie kann Nächstenliebe heute aussehen? Was bedeutet Klimagerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung? „All diese Fragen sind für mich Teil einer zeitgemäßen Verkündigung und brandaktuell“, sagt er.

Seinen ersten Beitrag widmet Diekmann Mose. Der Zeitpunkt passt für ihn besonders gut: Am selben Tag beginnt in Lengerich eine Kinderglaubenswoche, in der Mose eine zentrale Rolle spielt. Zugleich entdeckt Diekmann in der biblischen Geschichte eine Verbindung zu den Herausforderungen der Gegenwart. Auch Mose habe Krisen erlebt, die zunächst unüberwindbar erschienen. Diekmann geht es dabei nicht um einen Gott, der auf Knopfdruck Probleme löst. „Die Geschichten von Mose zeigen uns, dass schier Unmögliches mit Gott an der Seite dann doch möglich ist“, sagt er. 

“Eine Gewaltspirale lässt sich nur mit Liebe durchbrechen”

Diese Perspektive prägt auch das, was Diekmann den Hörerinnen und Hörern grundsätzlich mitgeben möchte. „Gott liebt jeden Menschen und ist mit allen Menschen unterwegs“, sagt er. Dafür müsse niemand regelmäßig in die Kirche gehen – „auch wenn es wünschenswert wäre“ – und nicht einmal etwas mit Kirche anfangen können. „Gott ist da – und für mich ist genau das die frohe Botschaft.“ Gleichzeitig sieht der Pastoralassistent eine gesellschaftliche Aufgabe. Menschen müssten wieder lernen zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und nicht vorschnell übereinander zu urteilen: „Gewalt, Ausgrenzung und Gegengewalt führen uns nicht weiter. Eine Gewaltspirale lässt sich nur mit Liebe durchbrechen.“

Ann-Christin Ladermann