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„Pilotpfarreien“ testen Leitungsteams

, Stadtdekanat Münster

Wie können Haupt- und Ehrenamtliche künftig gemeinsam eine Pfarrei leiten? Wer übernimmt Verantwortung für welche Aufgaben? Die katholische Kirche im Bistum Münster will sich in dieser Frage weiterentwickeln und setzt in dem Prozess auf die Kreativität und das Engagement ihrer Mitglieder. Erste Informationen dazu gab es am 3. März bei der Veranstaltung „Startklar – mit dem Pfarreirat in die neue Saison“, zu der das Bistum Münster mit dem Stadtdekanatsbüro Münster in die Akademie Franz Hitze Haus eingeladen hatte.

Pfarreiratsmitglieder miteinander im Gespräch.

Mehr als 40 Vertreter aus Pfarreien des Stadtdekanates Münster nahmen an einer Schulung für Pfarreiräte teil.

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Andreas Fritsch vom Referat Pastoraltheologische Grundsatzfragen im Bistum Münster präsentierte den rund 40 Vertretern aus Pfarreien des Stadtdekanates Überlegungen für eine gemeinsame Leitungsverantwortung von Haupt- und Ehrenamtlichen – ohne konkrete Vorgaben zu machen: „Sie können am besten entscheiden, ob überhaupt und wenn ja, welche kooperativen Leitungsmodelle es vor Ort braucht“, betonte Fritsch. Möglich wäre, dass Ehrenamtliche seelsorgliche, organisatorische und leitende Aufgaben in einer Pfarrei übernehmen, wobei weiter ein leitender Pfarrer die letzte Verantwortung haben soll – so hatte es Münsters Bischof Dr. Felix Genn im Januar erklärt. Für die neuen Leitungsteams plant das Bistum ein Ausbildungsprogramm, das für alle haupt- und ehrenamtlichen Teammitglieder verbindlich sein wird. Nähere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.bistum-muenster.de/pastoralentwicklung. In den kommenden Wochen wollen die Verantwortlichen des Bistums gezielt „Pilotpfarreien“ ansprechen. Weitere interessierte Pfarreien können sich in Münster melden.

Begrüßt hatte zuvor Ursel Schwanekamp vom Referat Pastoralberatung im Bischöflichen Generalvikariat (BGV) in Münster die neugewählten Pfarreiratsmitglieder. „Der Tag dient dazu, Ihnen Rüstzeug an die Hand zu geben, Informationen und praktische Tipps, aber er soll Ihnen auch die Gelegenheit geben, ins Gespräch zu kommen.“ Wilfried Renk, regionaler Ansprechpartner für die lokalen Pastoralpläne, erläuterte den Teilnehmenden ihren Grundauftrag: „Sie arbeiten in einem Gremium mit, das in der heutigen Zeit immer mehr Verantwortung trägt, steuert und mitleitet.“ Dieser Auftrag sei durch die Taufe legitimiert. „Sie sind als Christen ermächtigt, sich einzumischen und mitzumachen“, sagte Renk.

Auch für Stadtdechant Jörg Hagemann sind die Pfarreiratsmitglieder ein unverzichtbarer Teil der Pfarrei. „Wir können nur gemeinsam dem Auftrag gerecht werden, den Gott uns mit auf den Weg gegeben hat.“ Strukturen, ob im Kleinen oder Großen, seien nötig. Mit Blick auf mögliche neue Leitungsmodelle ermutigte er aber die Teilnehmer, „die Vielfalt des Möglichen und die große Freiheit dessen, was machbar ist“, im Blick zu behalten. „Machen Sie Pläne, aber gehen Sie los, nehmen Sie die Wirklichkeit in Ihrer Pfarrei wahr und sehen Sie Menschen, die Sie brauchen.“

Am Nachmittag befassten sich die im November 2017 gewählten Pfarreiratsmitglieder in Workshops mit praktischen Themen. Das Spektrum reichte dabei von „Rolle und Aufgaben des Vorstands“, „Mit dem Pastoralplan arbeiten“ über „Organisation und Kommunikation in der Pfarrei“ bis hin zu „In der Stadt Kirche sein – Zukünfte gestalten“.

Ann-Christin Ladermann