Rund 270 Teilnehmende aus dem ganzen Bistum beim Ordenstag

, Bistum Münster, Stadtdekanat Münster

Es war eine Premiere, die auf großes Interesse stieß: Zum ersten Mal hat Münsters Bischof Dr. Heiner Wilmer am Ordenstag für das Bistum teilgenommen und dort Austausch und Gespräch mit Ordensleuten und Mitglieder geistlicher Gemeinschaften aus dem ganzen Bistum Münster gesucht. Gelegenheit dafür gab es reichlich, denn 270 Personen waren zu dem Tag angereist. Sie kamen sowohl aus dem nordrhein-westfälischen als auch aus dem niedersächsischen Bistumsteil. Wilmer zeigte sich „beeindruckt von der Vielfalt der Gemeinschaften“ in seinem Bistum. 

Trotz der sehr großen Teilnehmendenzahl fand in der Mutterhauskirche ein lebendiger Austausch der Ordensleute mit Bischof Heiner Wilmer statt.

Auch am Rande des Ordenstags kam es zu Gesprächen und Austausch.

Unter dem Leitwort „Gott einen Raum sichern“ fand die Veranstaltung im Marienhaus und in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen in Münster statt. Das von der französischen Schriftstellerin und Mystikerin Madeleine Delbrêl geprägte Leitwort hatten die Verantwortlichen aus Ordensrat und Ordensreferat des Bistums dem Jahresschwerpunkt der Orden und Gemeinschaften entnommen.

Der Tag begann mit einem Gottesdienst, den der Bischof feierte. In seiner Predigt ging er auf Madeleine Delbrêls Lebensweg ein. Aus einem komplizierten Elternhaus stammend, habe sie gleichzeitig „im Namen Gottes niedrigschwellig bei den Menschen“ gewesen sei. 

Der Bischof lud die Ordensleute ein: „Beten wir, dass wir die innere Offenheit und Wärme des Herzens besitzen, in einer Gesellschaft, die fragt, ob Religion noch gebraucht wird, zu zeigen: Wir brauchen nicht weniger Religion, sondern eine Religion, die sich wandelt, so dass unser Handeln Licht in die Welt bringt zum Wohle der Menschen und der Schöpfung.“

Im Anschluss an den Gottesdienst fand – wegen der Vielzahl der Teilnehmenden ebenfalls in der Mutterhauskirche – ein Austausch statt. Zum Einstieg berichtete der Bischof von der Vorstellung der Studie der Universität Münster zum Geistlichen Missbrauch, die am Vortag vorgestellt worden war. Ebenso thematisierte er die Eröffnung der ersten deutschen Islamisch-theologischen Fakultät an derselben Universität. 

Danach ermunterte Wilmer die Ordensleute: „Fragen Sie mich alles, sprechen Sie alles an!“ Diese kamen der Aufforderung gern. Im Folgenden ging es um das Miteinander der Religionen ebenso wie um die Frage, wie die Gemeinschaften bei sinkender Mitgliederzahl ihren Geist weitergeben können. Auch wurde der Bischof nach einer ersten Bilanz nach rund 100 Tagen im Amt gefragt. Unter Applaus erzählte er daraufhin unter anderem, wie er inkognito im Bistum unterwegs gewesen und einmal für seinen eigenen Doppelgänger gehalten worden sei. Abschließend dankte Bischof Wilmer den Anwesenden für ihren vielfach jahrzehntelangen Dienst: „Sie machen deutlich, wie attraktiv unser Glaube ist. Ich danke Ihnen für Ihr Gebet und Ihr Zeugnis, und ich bin fest überzeugt, dass Sie alle eine Saat gesät haben, die aufgehen wird.“ 

Nach dem Mittagessen kamen die Teilnehmenden zum Austausch in Kleingruppen zusammen. Ein gemeinsames Kaffeetrinken beendete schließlich den Ordenstag 2026. 

Text und Fotos: Bischöfliche Pressestelle / Anke Lucht