
Die Dachkonstruktion der St.-Anna-Kirche muss untersucht werden.
„Wir wollen wissen, woran wir sind“, sagt Verwaltungsleiter Ulrich Fiege. „Solange wir keine vollständige Untersuchung vorgenommen haben, können wir die Verantwortung für die Nutzung der Kirche nicht tragen.“
Bereits seit dem Sommer sind Fachleute der Ingenieurgesellschaft Thomas & Bökamp aus Roxel in der Kirche tätig. Sie haben Proben genommen und sogenannte Revisionsklappen eingebaut, um die Leimbinder im Dach zu prüfen. Das Ergebnis: Zwar besteht derzeit keine akute Gefahr, doch das Material reagiert empfindlich auf Wärme und Feuchtigkeit – und beides ist unter dem Zinkdach über Jahrzehnte immer wieder aufgetreten.
Darum empfehlen die Gutachter eine vollständige Untersuchung aller Dachbalken. Dafür muss die gesamte Deckenverkleidung abgenommen werden – ein aufwändiges Verfahren, das nur bei geschlossener Kirche möglich ist. Die Gewährleistung des Gutachters gilt noch bis zum 31. Dezember 2025; ab dem 1. Januar wird die Kirche daher aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Die Verantwortlichen rechnet damit, dass die Arbeiten mehrere Monate dauern werden. Eine Wiedereröffnung vor Ostern 2026 gilt als unwahrscheinlich. „Realistisch ist, dass sich die Maßnahmen über das gesamte erste Halbjahr hinziehen“, sagt Rolf Klein, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands.
Das Gemeindeleben soll während der Schließung weitergehen. Pastoralreferent Hendrik Werbick, Ansprechpartner für die Gemeinde St. Anna Mecklenbeck, betont: „Nur der Kirchenraum ist betroffen. Das Pfarrzentrum, die Sakristei und die übrigen Räume können weiterhin genutzt werden.“ Wo künftig die Gottesdienste gefeiert werden, soll in den nächsten Wochen entschieden werden. In Kürze berät dazu der Initiativkreis St. Anna gemeinsam mit dem Seelsorgeteam.
Erst nach Abschluss der Untersuchung wird klar sein, wie es langfristig weitergeht. Sollte das Dach gravierende Schäden aufweisen, stünden größere Entscheidungen an – auch im Hinblick auf das Immobilienkonzept der gesamten Pfarrei.
„Wir hoffen, dass wir die Kirche zeitnah wieder nutzen können“, sagt Werbick, „und dass uns die Untersuchung gute Nachrichten bringt.“
Ann-Christin Ladermann

