„Viele Menschen fühlen sich angesichts von Kriegen und Krisen ohnmächtig. Wir können die großen Konflikte nicht lösen. Aber wir können Menschen zusammenbringen und zeigen, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind“, sagt Cilli Leenders-van Eickels, die sich ehrenamtlich in St. Elisabeth engagiert.
Die Origami-Kraniche knüpfen an die Geschichte der Japanerin Sadako Sasaki an. Sie überlebte als Kleinkind den Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945, erkrankte jedoch Jahre später an Leukämie. Im Krankenhaus begann sie, Papierkraniche zu falten. Nach einer japanischen Legende wird demjenigen ein Wunsch erfüllt, der 1.000 Kraniche anfertigt. Sadakos Geschichte wurde weltweit bekannt und machte den Papierkranich zu einem Symbol für Frieden und gegen Krieg.
St. Elisabeth in Recklinghausen setzt mit Aktion Zeichen der Hoffnung
, Kreisdekanat Recklinghausen
Noch schweben rund 4.000 Papierkraniche von der Decke der St.-Elisabeth-Kirche in Recklinghausen. Bis zur Eröffnung der Installation am 13. September im Gottesdienst um 11.30 Uhr sollen weitere 2.000 hinzukommen. Hinter der außergewöhnlichen Aktion, für die der Künstler Ludger Hinse die Schirmherrschaft übernommen hat, steckt eine klare Botschaft.

Bereits gut 4.000 Kraniche schweben in der St.-Elisabeth-Kirche. Bis zur Eröffnung der Ausstellung sollen weitere 2.000 dazukommen. Dafür engagieren sich Frieda Nielen, Katharina Müller, Karl Nielen, Eva Bischoff und Cilli Leenders-van Eickels (von links).
© Bistum Münster„Am Kinder-Friedensdenkmal in Hiroshima werden bis heute Papierkraniche niedergelegt. Auch wir möchten nach dem Ende der Aktion am 1. November unsere 6.000 Kraniche dorthin schicken“, erklärt die ehemalige Pastoralreferentin.
In den vergangenen Wochen haben sich zahlreiche Menschen an der Aktion beteiligt. In Schulen, Ferienlagern, bei Veranstaltungen in der Stadt oder zuhause entstanden Tausende bunte Friedenssymbole. Besonders fleißig waren Frieda und Karl Nielen aus dem Jugendchor Crescendo. Die Geschwister haben rund 1.400 Kraniche gefaltet. „Mit etwas Übung haben wir etwa vier Minuten pro Kranich gebraucht. Das war ungefähr die Länge eines Musikstücks“, erzählt die 18-jährige Frieda Nielen lachend.
Für Eva Bischoff zeigt die Resonanz, wie verbindend die Idee wirkt. „Es ist eine bunte Gemeinschaft entstanden. Manche Kraniche tragen Wünsche und Hoffnungen, zum Beispiel nach Frieden. Sie schwingen nun sichtbar im Raum mit.“ Auch Leenders-van Eickels betont, dass die Installation weit mehr als eine Bastelaktion sei. „Wir möchten friedenswillige Menschen sichtbar machen und sie über Generationen hinweg zusammenbringen.“
Bis zum 1. November lädt St. Elisabeth zu einem vielfältigen Begleitprogramm ein. Geplant sind unter anderem thematische Gottesdienste, Friedensgebete, Bastelangebote für Kinder, ein Trommelworkshop, offene Cafénachmittage sowie musikalische Veranstaltungen mit Jugendchor und Jazzmusik.
„Wir möchten unseren Kirchenraum mit Leben füllen und auch Menschen erreichen, die sonst nicht zu uns kommen“, sagt Eva Bischoff, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins St. Elisabeth. Die umgestaltete St.-Elisabeth-Kirche sei der einzige größere Veranstaltungsraum im Recklinghäuser Nordviertel. „Die Aktion zeigt, wie vielfältig dieser Ort genutzt werden kann“, ergänzt sie.
Am Ende soll die Ausstellung nicht nur beeindrucken, sondern ermutigen. „Wir hoffen, dass die Menschen optimistischer und mit neuem Vertrauen in die Welt nach Hause gehen“, sagt Pastoralreferentin Katharina Müller.
Damit die Friedensbotschaft weitergetragen wird, falten Frieda und Karl Nielen auch in den kommenden Wochen weitere Kraniche. Jede Besucherin und jeder Besucher soll einen Papierkranich mit nach Hause nehmen können. So begleitet ein kleines Symbol die große Hoffnung auf Frieden über die Kirchenmauern hinaus.
Weitere Informationen zum Programm gibt es auf der Homepage der Pfarrei St. Peter.
Michaela Kiepe
