Weihbischof Dr. Stefan Zekorn besucht Hospiz Lebenshaus und Vinzenzwerk

, Stadtdekanat Münster

Zwischen schattigen Bäumen und blühenden Beeten herrscht an diesem Nachmittag eine besondere Ruhe. Im Garten des Hospizes Lebenshaus sitzt Weihbischof Dr. Stefan Zekorn mit Hospizleiterin Lisa Scheper bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen. Ein Ort, der zeigt: Hier geht es nicht in erster Linie um das Sterben, sondern um das Leben bis zuletzt.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (links) und Pfarrer Jürgen Streuer (rechts) informieren sich im Gespräch mit Geschäftsführerin Lisa Scheper (Mitte) über das Hospiz Lebenshaus.

© Bistum Münster

Der Besuch im Hospiz und anschließend im Vinzenzwerk Handorf war Teil der Visitation in der Pfarrei St. Petronilla. Mehrere Tage lang war der Regionalbischof für das Stadtdekanat Münster hier unterwegs. Neben Gesprächen mit Haupt- und Ehrenamtlichen und Gottesdiensten sowie Begegnungen mit dem Seelsorgeteam standen auch Besuche sozialer Einrichtungen auf dem Programm. Begleitet wurde er dabei von Pfarrer Jürgen Streuer.

Im Hospiz Lebenshaus informierte sich der Weihbischof über die Veränderungen in den vergangenen Jahren. Die Menschen kämen heute deutlich später ins Hospiz als früher, berichtete Lisa Scheper – durchschnittlich verbringen sie noch elf bis 15 Tage dort. Umso wichtiger seien Zeit, persönliche Zuwendung und die Begleitung der Angehörigen. „Es geht nie nur um den Hospizgast“, betonte Scheper: „Wir begleiten immer auch die Familie.“

Beeindruckt zeigte sich Zekorn von der Haltung des Hauses. Individuelle Wünsche, Rituale und seelsorgliche Begleitung hätten ebenso ihren Platz wie die Unterstützung der Mitarbeitenden. „Der Name Lebenshaus passt wunderbar“, sagte der Weihbischof. „Es geht hier nicht um den Tod. Es geht darum, dass Menschen bis zuletzt leben können.“ Sorge bereiteten der Hospizleitung dagegen die wachsende Finanzierungslücke sowie mögliche Auswirkungen der Gesundheitsreform.
 

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn (links) und Pfarrer Jürgen Streuer (2. von rechts) im Gespräch mit der pädagogischen Fachkraft Marie Marx, Geschäftsführer Bernhard Paßlick und Bewohnerin Alyssa (rechts) über das Vinzenzwerk.

© Bistum Münster

Im Vinzenzwerk Handorf erhielt Zekorn anschließend Einblicke in den Alltag der stationären Jugendhilfe. Mit Geschäftsführer Bernhard Paßlick, der pädagogischen Fachkraft Marie Marx und der 18-jährigen Bewohnerin Alyssa sprach er über das Leben in den Wohngruppen und die Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben.

Alyssa berichtete von ihrem Alltag zwischen Schule, Wohngruppe und Zukunftsplänen. „Man versteht sich nicht immer mit allen“, sagte sie über das Zusammenleben: „Aber man findet Wege, miteinander umzugehen.“

Paßlick machte zugleich auf die Herausforderungen der Jugendhilfe aufmerksam. Gerade junge Volljährige benötigten häufig auch nach ihrem 18. Geburtstag noch Unterstützung. Geplante Einschränkungen bei den Hilfen bereiteten ihm deshalb Sorgen. Für Weihbischof Zekorn wurde bei seinen Besuchen deutlich, wie wichtig verlässliche Begleitung gerade an den Übergängen des Lebens ist – sei es am Lebensende oder auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Ann-Christin Ladermann